Im Jahr 2011

... wollte ich eigentlich mehr fotografieren, aber der Kampf gegen das Untier hat Vorrang !

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31.03.2011 bis 14.04.2011 - Im Nordwest-Krankenhaus ... dem Tod näher als dem Leben

 

Am 01. April wäre ich fast gestorben (und das ist kein Aprilscherz).  Am 30. März lautete mein letzter Tagebuch-Eintrag: "Gleich werde ich langsam anfangen, meine Tasche für morgen zu packen. Ganz, ganz langsam, denn ich gerate immer schneller und immer mehr außer Atem. Jede kleinste Bewegung bringt mich aus der Puste und ich bin froh, wenn ich morgen endlich im Krankenhaus bin und mir (hoffentlich) geholfen wird." 

Das "Tasche packen" stellte sich dann für mich als unlösbares Problem dar; als Joachim abends vom Büro nachhause kam, saß ich immer noch im Schlafanzug im Wohnzimmer auf der Couch ... ungewaschen, nach Luft japsend und ohne gepackte Tasche. Joachim wollte sofort in die Klinik fahren, aber ich beharrte darauf, die Nacht abzuwarten und gleich morgens dann ins KH zu fahren (nach dem Motto: wenn ich mich nicht bewege, geht es mit der Luft). Also verbrachte ich eine weitere Nacht im Sitzen dahindämmernd, hustend und nach Luft ringend auf der Couch im Wohnzimmer. Am Morgen musste mich Joachim waschen, anziehen, Tasche packen, denn ich war zu nichts mehr fähig ... die ständige Atemnot lähmte mich regelrecht. Mit Mühe und Not schaffte ich die drei Stockwerke von unserer Wohnung bis ins vor die Haustür gefahrene Auto und die halbstündige Fahrt zum Krankenhaus. Vom Auto dann mit dem Rollstuhl hoch auf die Station in "mein" 2-Bett-Zimmer, wo ich sofort an ein Sauerstoffgerät gehängt wurde. Im Laufe des Tages folgten dann einige Untersuchungen (Röntgen, EKG, Blutabnahme) und Befragungen über meine Krebserkrankung; ab nachmittags hing ich am Tropf (Flüssigkeit, Antibiotikum, Kortison). Die Nacht verbrachte ich im Bett sitzend, aber dank Sauerstoff-zufuhr ohne Atemnot.

Am nächsten Vormittag lief bis zum Mittag alles seinen gewohnten Gang: Frühstück, Infusionen, Visite, Mittagessen ... und dann ging alles ganz schnell. Nach einem Hustenanfall bekam ich keine Luft mehr und konnte nicht mehr schlucken; ein Schluck Wasser kam in hohem Bogen wieder heraus. Eine Ärztin kam angerannt und horchte mich ab ... schnell ... Sauerstoffzufuhr hoch ... schnell, schnell ... zum CT !! Befund: Lungenembolie linkszentral (meine eigentlich "gesunde" Lungenseite) mit Beteiligung der rechten (sowieso durch Narben und Strahlenschäden kaputten) Lunge. Laut dem behandelnden Arzt war die Situation "dramatisch" (die Ärzte hatten Joachim schon gesagt: „Wenn die Atmung komplett aussetzt, holen wir sie nicht zurück“).

Am Nachmittag des 1. April begann dann das volle "Lungenembolie-Bekämpfungsprogramm": täglich hoch dosiertes Heparin (Blut-verdünner), Infusionen mit Kortison, Antibiotika, Magenschutz und Kochsalzlösung und zusätzliches Inhalieren. Schon am nächsten Tag konnte ich wieder schlucken und von da ab ging es stetig bergauf. Parallel zur Embolie-Behandlung wurde schließlich meine ausstehende Chemo-Therapie besprochen (und dann planmäßig durchgeführt): das Medikament Paclitaxel, das mich beim ersten Chemo-Zyklus in der hohen Dosierung umgehauen hat, wird gedrittelt und zukünftig wöchentlich (also 3 Wochen hintereinander) ambulant im KH gegeben, anschließend ist eine Woche "Pause" bis zum nächsten Zyklus.

Ab dem 10. Tag im KH konnte ich schon zeitweise den Sauerstoff weglassen, ab dem 12. Tag brauchte ich gar keinen mehr. Am Nachmittag des 14. April wurde ich ohne Luftnot und fast wieder "wie neu" aus dem KH entlassen. Nachdem Joachim und ich noch alle möglichen Entlassungspapiere, CDs und Rezepte eingesammelt hatten, ging es ab Richtung "Heimat", aber noch nicht nachhause, denn ein schon vor Monaten für uns beide vereinbarter Augenarzttermin stand noch an und wir fuhren direkt vom KH zum Augenarzt. Vorher noch schnell bei der Apotheke vorbei, um den Blutverdünner zu bestellen, den ich künftig für mindestens ein halbes Jahr täglich spritzen muss. Abends, um kurz vor sieben Uhr waren wir endlich zu Hause. Vor den drei Stockwerken hoch in unsere Wohnung hatte ich ein bisschen Angst, aber mit nur einer kleinen Verschnaufpause kam ich problemlos nach oben. Dafür, dass ich vor 2 Wochen fast an einer Lungenembolie gestorben wäre, geht es mir jetzt erstaunlich gut und ich bin glücklich, dem Tod noch mal von der Schippe gesprungen zu sein.

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15.04.2011 - Zurück im Leben

 

Heute stehen diverse Erledigungen an: Lebensmittel-Großeinkauf, Bank, Nagelstudio; anschließend beim Thai lecker essen. Und jetzt kommt’s: ohne anzuhalten marschiere ich am Nachmittag die drei Stockwerke in unsere Wohnung hoch; zwar langsam, aber ohne „Verschnaufpause“. Ich bin überglücklich, dass ich die Lungenembolie so gut „weggesteckt“ habe. Die Ärzte im KH haben gesagt, dass sie eine so schnelle Besserung und Erholung in solch einer Konstellation noch nicht erlebt haben. Für die nächsten sechs Monate muss ich täglich Blutverdünner spritzen und ich hoffe, dass dann „embolietechnisch“ alles wieder im Lot ist. Vielleicht kann dann sogar das Avastin gegeben werden (als Erhaltungstherapie), was jetzt wegen der Embolie leider nicht möglich ist. Mal sehen …  Übrigens: meine Haare sind jetzt alle weg (Joachim hat sie mir am 4. Tag im KH abrasiert, nachdem das ganze Bett voller ausgefallener Haare war) und komischerweise macht mir meine Glatze gar nichts aus. Irgendwie haben sich die Prioritäten verschoben; es gibt Wichtigeres als Haare auf dem Kopf … schade nur, dass meine Haarpracht im Krankenhaus im Papierkorb gelandet ist und nicht, wie geplant, bei den Vögeln im Karbener Wald. :-(

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17.04.2011 - Sonntags ...

 

... ist bei uns "Entspannungstag". Es wird lange gefrühstückt, gequasselt, Zeitung gelesen, mit den Schwiegereltern telefoniert und lecker gekocht und gegessen. Ab sofort gibt es noch einen "Tagesordnungspunkt": ein mindestens 1-stündiger Spaziergang zur Embolieprophylaxe. Am späten Nachmittag fahren wir in den Karbener Wald und "marschieren" langsam los. Sicherheitshalber haben wir die transportable Sauerstoffflasche mitgenommen, deren stolze Besitzerin ich seit dem 12. April bin (wurde vom KH sicherheitshalber verordnet und am 12. April nachhause geliefert, zusammen mit einem riesigen "Sauerstoff-Tankwagen"). Nach gut einer Stunde beenden wir unseren Spaziergang und machen uns per Auto auf den Weg nachhause. Die drei Stockwerke nach oben ... mit einer klitzekleinen Pause kein Problem; die Sauerstoffflasche wird unbenutzt wieder ins Schlafzimmer gestellt. Okay, der 1-stündige Spaziergang hat mich zwar müde gemacht, war aber "lufttechnisch" kein Problem ... und darüber freue ich mich sehr.

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18.04.2011 - Bestellung eingetroffen

 

Da ich mir etwas Gutes tun wollte, habe ich am vergangenen Samstag noch ein paar schicke Tücher beim Atelier Petersen bestellt, die heute prompt angeliefert wurden. Hier sind die Bilder der bestellten Kopfbedeckungen (die wirklich wunderschön sind):

Mit diesen Tüchern werde ich mit meiner Glatze sicher gut über den Frühling und den Sommer kommen.

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19.04.2011 - Hausarztwechsel

 

Morgen steht nun die nächste Chemo an und deshalb muss ich heute zum Hausarzt, um Überweisungs-scheine und Rezepte für Medikamente zu besorgen (neues Quartal). Da meine bisherige Hausärztin allgemeinmedizinisch zwar gut, aber palliativmedizinisch nicht qualifiziert ist, wechsle ich heute zu einer Ärztin, die sich auch auf Palliativmedizin spezialisiert hat. Mit dem Arztgespräch bin ich sehr zufrieden und ich verlasse die Praxis mit einem guten Gefühl und den nötigen Überweisungsscheinen und Rezepten. Am Nachmittag bestelle ich telefonisch die Medikamente in der Apotheke; morgen können sie abgeholt werden (Joachim übernimmt das, wenn er vom Büro kommt). Der morgigen Chemo steht also nichts mehr im Wege; mein Taxi holt mich um 9:30 Uhr zuhause ab.

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20.04.2011 – Erste ambulante Chemo im Nordwest-Krankenhaus in Frankfurt

 

Heute war nun das erste Mal die ambulante Chemo im NW-Krankenhaus: ich konnte mir mein drittes Drittel Paclitaxel „abholen“. Bis auf das, dass ich über 8 Stunden in der Ambulanz verbracht habe, ist alles gut gelaufen und ich habe die Chemo bis jetzt gut vertragen; bisher spüre ich keinerlei Nebenwirkungen. Dass heute soviel los war und sich alles durch lange Wartezeiten zwischendurch sehr hingezogen hat, war (auf Nachfrage bei einigen Mitpatienten) den kommenden Oster-Feiertagen geschuldet. Im Normalfall sollen die Wartezeiten zwischen den einzelnen „Ablaufpunkten“ angeblich schneller gehen. Der Ablauf in Stichworten: Anmeldung, Blutabnahme, warten auf die Ergebnisse (bei mir u. a. Leukozyten 3.000/HB 9,2), Arztgespräch, Bestellung der Zytostatika, Chemo-Infusion (120 mg Paclitaxel  + Wässerung = ca. 2 Stunden), Papierkram (Rezepte, Taxischein), Abmeldung. Jetzt kann ich nur hoffen, dass die Wartezeiten bei den künftigen Therapie-Terminen nicht so lang sind  (wenn keine Feiertage anstehen) und dass es sich mit den Nebenwirkungen weiterhin so prima in Grenzen hält (außer etwas Müdigkeit und manchmal ein leicht flaues Gefühl im Magen merke ich nichts weiter).

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21.04.2011 - Besorgungen und Abschied in die Osterfeiertage

 

Heute Morgen geht es mir sehr gut (vielleicht auch deshalb, weil ich letzte Nacht richtig gut geschlafen habe) und deshalb fällt mir mein vorgenommenes Tagesprogramm leicht. Zuerst schreibe ich einen kleinen Bericht in meinem Krebsforum; anschließend mache ich per Auto einige Besorgungen (Apotheke, Drogerie, Lebensmittel, die man im Lebensmittel-Großmarkt nicht gut bekommt usw.) und marschiere dann mit Einkaufstüten bepackt unsere drei Stockwerke mit nur einer kleinen Schnaufpause im oberen Drittel hoch. Ich bin stolz auf mich. Da ich keine Lust habe, mir etwas zu Essen zu machen, verputze ich eine ganze Tüte Chips (oje, Joachim wird schimpfen *gg*) während ich einen interessanten Bericht im TV schaue. Danach stopfe ich die Waschmaschine mit Kochwäsche voll und dann wird telefoniert, dass die Drähte glühen. Noch schnell die Wäsche aufhängen (wir haben keinen Trockner) und im Nu ist der Nachmittag vorbei. Gleich kommt Joachim vom Büro nachhause. Wir wollen heute wegen dem morgigen Feiertag noch zum Lebensmittel-Großeinkauf fahren.

Bis nach Ostern sind jetzt "Tagebuch-Ferien". Joachim und ich haben schon ein paar Ideen, was wir über die Feiertage  unternehmen wollen/können ... das wird aber erst nach Ostern verraten. Ich wünsche allen meinen Freunden, treuen Lesern und Schreibern ein frohes Osterfest und geruhsame Feiertage ohne Sorgen und mit vielen schönen Erlebnissen. Nach Ostern lesen wir uns wieder... bis dahin alles Liebe und tschüüüüß. :-)

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27.04.2011 – Bevor ich darüber berichte, was Ostern „passiert“ ist …

 

… möchte ich mich zu allererst bei allen lieben Freunden, Bekannten und Mitlesern für die zahlreichen Ostergrüße und guten Wünsche bedanken, die ich über das Gästebuch, per Mail und privater Nachrichten geschickt bekommen habe. Vielen Dank, dass ihr immer so lieb an mich denkt und so viele positive Gedanken (und somit Kraft) in Richtung Karben schickt. Ich bin sicher, dass diese positiven „Ströme“ zu einem großen Teil mitgeholfen haben, dass ich so schnell nach meiner Embolie wieder auf die Beine gekommen bin. Bitte, bitte seid mir nicht böse, wenn ich nicht jedem Einzelnen antworte; ich schaffe es schlichtweg zeitlich nicht mehr (und manchmal bin ich, ehrlich gesagt, zu müde und/oder „faul“ zum Schreiben). Vielen lieben Dank für euer Verständnis; ich werde mich bemühen, mich zu „bessern“ !

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27.04.2011 – Noch etwas liegt mir sehr am Herzen, bevor ich über die Schönen Dinge des Lebens schreiben kann

 

Seit meiner Entlassung aus dem Krankenhaus trage ich die Erinnerung und Gedanken zu einem Erlebnis mit mir herum, was sich in den letzten beiden Tagen und der letzten Nacht im Krankenhaus ereignet hat. Lange habe ich überlegt, ob ich es überhaupt hier ins Tagebuch schreiben kann, aber jetzt glaube ich fest, dass ich es schreiben muss, um alles besser verarbeiten bzw. seelisch für mich "abschließen" zu können.

 

Genau eine Woche vor meiner Entlassung bekam ich eine neue Zimmergenossin in „mein“ 2-Bett-Zimmer. Sie hatte die Nacht vorher übergangsweise im Nebenzimmer verbracht (da meins noch mit einer anderen Patientin belegt war) und kam deshalb bereits im Schlafanzug und ihrem „Reiseköfferchen“ zur Tür herein. Witzigerweise trug sie haargenau den gleichen Schlafanzug wie ich ! Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und ich sagte spontan: na, wir beiden passen ja perfekt zusammen. Ursprünglich kam sie ambulant zur Chemo (Bauchspeicheldrüsenkrebs), die aber dann wegen schlechter Blutwerte und Fieber nicht gegeben werden konnte. Stationär sollte sie für die Chemo wieder „fit“ gemacht werden. Die ersten Tage schien alles glatt zu laufen: sie hatte Appetit, ging zu Fuß mit ihrem Besuch (Ehemann, Kinder, Enkelkinder, Freunde) zum Kaffeetrinken in die Caféteria des Kranken-hauses und war eigentlich ganz gut drauf. Drei Tage vor meiner Entlassung bekam sie plötzlich nachts keine Luft mehr und wurde an Sauerstoff angehängt. Ab diesem Zeitpunkt husteten wir quasi „um die Wette“. Bei der Visite hieß es dann, ihre Lunge wäre bereits voller Metastasen und man könne nicht mehr allzu viel tun. Einen Tag später stürzte sie nachts im Bad und ich alarmierte die Schwestern, die sie bewusstlos neben der Toilette fanden und wieder ins Bett brachten. Ab diesem Zeitpunkt konnte sie nicht mehr alleine aufstehen, konnte nicht mehr richtig sprechen, wollte kaum noch essen, schlief ständig ein und war sogar zu schwach, die Notklingel zu drücken; mit einem Ohr war ich ständig im Bett neben mir, um zu klingeln, wenn sie leise darum bat. Am Abend vor meiner Entlassung legten ihr die Pfleger einen Urin-Katheder und montierten ein Gitter um ihr Bett, damit sie nicht herausfallen kann. Nachts um 3:00 Uhr wurde ich wach - irgend ein Gefühl sagte mir, dass etwas nicht stimmt - aber wegen des Blubberns der Sauerstoffgeräte konnte ich nicht hören, ob meine Zimmergenossin atmet oder nicht. Also blieb ich still liegen und horchte angespannt in die Dunkelheit. Nach ca. 15 Minuten kam die Nachtschwester, um nach uns zu schauen, lief gleich wieder heraus und kam nach kurzer Zeit mit einer zweiten Schwester zurück. Sie schoben das Bett aus dem Zimmer und nahmen alle Sachen aus dem Spind gleich mit. Dann bemerkten sie, dass ich wach bin und sagten mir, dass die Patientin friedlich eingeschlafen ist und sicher keine Schmerzen hatte (das fand ich wirklich tröstlich). Was mich richtig erschüttert hat, ist die Geschwindigkeit, in der ein Mensch innerhalb von 48 Stunden quasi „verlöschen“ kann (vielleicht auch deshalb, weil ich die Parallelen bei mir mit den Lungenmetastasen so direkt vor Augen habe). Joachim und ich haben viel über diese Nacht gesprochen und auch einer lieben Freundin konnte ich mich diesbezüglich anvertrauen, aber erst jetzt, wo ich alles aufschreibe, kann ich es richtig „loslassen“. Ich bin froh, dass ich hier schreiben und mich und meine Gedanken und Gefühle „sortieren“ kann. Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich mir, wenn es dann bei mir soweit ist, einen so schnellen und "sanften" Tod wünsche ...

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28.04.2011 – Wunderschöne Ostertage 

 

Die Osterfeiertage waren einfach toll. Samstag und Sonntag waren Joachim und ich vormittags bei wunderschönem Wetter jeweils über 4 Stunden zum Fotografieren in unserem Karbener Wald. Nach den beiden Fototouren haben wir dann zuhause lecker gekocht und gegessen, gefaulenzt und es uns gut gehen lassen … einfach schööööön. Eine kleine Bildauswahl gibt es hier (zum Ansehen bzw. vergrößern oder Bildershow bitte erstes Bild anklicken):

 

Am Oster-Montag war „Großkampftag“ angesagt. Im Haushalt war einiges zu tun und zusätzlich war Aquarienpflege angesagt. Joachim kümmerte sich um unsere beiden riesigen Aquarien (Teil-Wasserwechsel, Pflanzen-Pflege usw.) und kochte uns sogar zwischendurch noch ein tolles Mittagessen. Ich hatte mir einen meiner 3 übervollen Kleiderschränke vorgenommen und konnte im Laufe des Tages einen großen Koffer und mehrere Kleider-Tüten Kleidung aussortieren. Da ich die letzten Wochen gut 15 Kilo abgenommen habe (das sind 3 Kleidergrößen), passen mir die großen Größen aus meiner „propperen“ Zeit nicht mehr, sind aber zum „entsorgen“ viel zu schade; in den nächsten Tagen bringe ich die Sachen dann zu meinem Papa, der sie weiterreicht an seine Zugehfrau. Sie ist Polin und hat eine große „Sippe“, da ist bestimmt für jeden etwas dabei. Am Montag Abend war ich dann, nach dem Anprobieren von über 40 Hosen, mehreren Hosenanzügen,`zig Jacken und Blusen total ausgepowert, aber sehr zufrieden, dass ich das erledigt habe. Die beiden anderen Schränke werden in Kürze folgen …

 

Den Dienstag nach Ostern hatte sich Joachim Urlaub genommen und wir haben  bei sagenhaftem Wetter einen wunderschönen Tag in Mannheim, im Luisenpark verbracht. Im Park blühen jetzt überall die Frühblüher; die Blumenbeete sind eine wahre Augenweide und wir konnten uns nicht satt sehen an dieser ganzen Farbenpracht. Natürlich wurde wieder ausgiebig fotografiert, aber auch kleine Pausen und ein leckeres Mittagessen in der im Luisenpark ansässigen „Pfälzer Weinstube“ kamen nicht zu kurz. Auf dem Nachhauseweg (gegen Abend) bin ich dann im Auto eingeschlafen …  müde zwar, aber rundum zufrieden mit dem Tag.

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29.04.2011 – Am Mittwoch (27.04.2011) ...

 

... war Blutbildkontrolle im NW-KH angesagt, also fuhr ich kurz nach 9:00 Uhr los in die Onko-Ambulanz zum Blut abzapfen. Nach einer laaaaangen Wartezeit von fast 1,5 Stunden kam ich endlich dran und da ich diese Woche "Chemo-Pause" habe, konnte ich nach der Zapferei gleich wieder gehen. Am Nachmittag habe ich die Werte dann telefonisch erfragt: Leukos 6.740, Thrombos  354 und HB-Wert 10,2 (also alles im super grünen Bereich). :-)  Vom Krankenhaus fuhr ich dann zu meinem in der Nähe wohnenden Papa; er war von mir zum Mittagessen eingeladen (die entsorgte Kleidung hatte ich dabei; sie füllte den gesamten Kofferraum meines kleinen Corsas). Wir verbrachten ein paar schöne Stunden miteinander und Papa war richtig glücklich, dass es mir wieder so gut geht (wir hatten uns das letzte Mal vor meiner Embolie gesehen).

 

Heute, Freitag, bin ich schon wieder auf dem Sprung. Gleich muss ich los: es geht noch mal zu Papa, denn heute wird von einem Sanitätshaus ein Badewannensitz in seinem Badezimmer eingebaut und da will ich ein bisschen nach dem Rechten schauen. Wenn es die Zeit zuläßt, werden wir alle (Papa, Joachim und ich) dann zusammen Mittag essen gehen (Joachim hat Freitags immer ab Mittag Feierabend).

 

Fazit der vergangenen Tage:

Von Karfreitag bis jetzt habe ich keinen zusätzlichen Sauerstoff gebraucht und ich hoffe, dass das auch weiterhin so bleibt. Ansonsten geht es mir, bis auf den leidigen Husten, super gut (ich habe sogar das Gefühl, dass der Husten etwas weniger geworden ist) !   Die 3 Stockwerke zu unserer Wohnung schaffe ich mit höchstens einer kleinen Pause im oberen Drittel (hurra).

 

Zum Schluss wünsche ich allen, die hier lesen ein wunderschönes Wochenende ... haltet die Ohren steif ... ich tu' es auch.  :-)

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02.05.2011 – Bericht vom vergangenen Wochenende

 

Der Samstag war ein einziger "Erledigungs-Marathon". Gleich morgens früh war Abfahrt Richtung Offenbach zu einem uns bekannten Optiker, um endlich mal unsere neuen Brillen in Auftrag zu geben. Geschlagene vier Stunden haben wir in dem Laden verbracht, sind aber wirklich sehr kompetent bedient und geduldig beraten worden. Wir haben beide (für unser Empfinden) schöne neue Brillen geordert und warten jetzt ungeduldig, bis die drei Wochen Lieferzeit endlich vorbei ist.

 

Anschließend ging es in die Frankfurter Innenstadt zum Essen und danach haben wir einen Shopping-Bummel  gemacht nach dem Motto: "Mal sehen, was alles so angeboten wird bzw. was wir vielleicht gebrauchen könnten."  Mit leeren Händen (also ohne etwas gekauft zu haben) fuhren wir am frühen Abend Richtung Karben ... müde zwar, aber doch recht zufrieden. Unseren obligatorischen "Embolie-Spaziergang" habe ich ausfallen lassen ... beim Bummeln bin ich echt genug gelaufen. :-)

 

Für den Sonntag gibt es eigentlich nichts Besonderes zu berichten. Joachim und ich waren am späten Nachmittag über 3 Stunden in „unserem“ Wald (diesmal ohne Fotoapparat) und ich bin richtig „marschiert“. Auf ebener Strecke und bergab funktioniert alles wieder prima (ich kann problemlos stundenlang laufen), aber wenn es auch nur ein bisschen bergauf geht, komme ich ins Schnaufen …  daran muss ich also noch arbeiten, damit sich das bald ändert. Die Treppe in den 3. Stock zu unserer Wohnung schaffe ich jetzt übrigens ohne Verschnaufpause !

Heute, Montag, habe ich mir "Telefon- und Mail-Erledigungs-Dienst" verordnet. Wenn ich es recht überlege, könnte bei mir jeder Tag ruhig 36 Stunden haben ... die Zeit geht herum wie im Flug und immer noch gibt es Dinge, die nicht erledigt werden konnten, weil mir der Tag momentan zwischen den Fingern zerrinnt. Wie sagte Scarlett O'Hara in dem Film "Vom Winde verweht" immer? "Morgen ist auch noch ein Tag" ... und so halte ich es jetzt auch: Morgen geht es also weiter mit den Mails ... :-)

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04.05.2011 – Chemo-Tag / 3. Zyklus / "große" Chemo mit Carboplatin (561mg) und ein Drittel Paclitaxel (118mg)  

 

Von 8:00-16:00 Uhr war ich heute in der Onkologischen Ambulanz im NW-Krankenhaus und bin hoch zufrieden mit dem Ablauf dieses Tages, mit dem Arztgespräch ... einfach mit allem. Hier nun ein kleiner Bericht, wie der Tag verlaufen ist:

Kurz nach 8:00 Uhr war ich schon „vor Ort“, obwohl ich den Termin erst für 9:30 Uhr hatte. Da ich lernfähig bin und die Erfahrungen der letzten beiden „Besuche“ gezeigt hatten, dass man besser so früh wie möglich kommt, erwies es sich als genau richtig, früh da zu sein. Es waren zwar schon einige Patienten im Wartebereich, aber weitaus nicht so viele wie 1,5 Stunden später ! Schon nach ca. 45 Minuten wurde ich zur Blutabnahme gebeten, eine knappe Stunde später erfolgte das von mir gewünschte Arztgespräch (Aufklärung über die aktuellen Blutwerte, neues Rezept für Blutverdünner, Termin für ein Kontroll-CT nach dem 3. Zyklus / am 09.06.11, Gespräch über evtl. Selen-Zugabe, weitere Vorgehensweise), das ich insgesamt sehr gut und fand und mich prima aufgehoben fühlte. Nach etwa 1 Stunde waren dann die von „meinem“ Arzt bestellten Zytostatika im Therapie-Bereich eingetroffen und die Infusionen konnten beginnen. Wegen dem Carboplatin (greift die Nieren an) wurde erst mit Kochsalzlösung vorgespült und dann lief das Platin und danach das Paclitaxel ein. Zwischendurch dackelte ich mehrmals aufs Klo (die Flüssigkeit muss ja auch wieder raus), holte mir etwas zu trinken und ein paar Illustrierten, aß beim Lesen mein mitgebrachtes Käsebrot, knabberte ein paar Salzstangen und ließ es mir gut gehen. Um 16:00 Uhr war alles durchgelaufen und das telefonisch bestellte Taxi konnte mich nachhause kutschieren. Ein bisschen müde war ich vom langen „herumsitzen“ schon, aber hoch zufrieden, dass alles so problemlos gelaufen ist und es mir körperlich prima geht.

Und weil es mir so gut geht und ich meinem Liebsten auch mal was Gutes tun will, habe ich Joachim am Abend kurz entschlossen zum Essen eingeladen. Das Essen konnten wir mit unserem (fast) täglichen "Embolie-Spaziergang" verbinden = eine halbe Stunde zum Lokal marschiert, gemütlich gespeist und eine halbe Stunde zurück gelaufen nach Hause … ein rundum gelungener Tag ! Jetzt muss die Chemo nur noch wirken und dann bin ich der glücklichste Mensch der Welt !!!

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05.05.2011 – Trauerspiel Selbsthilfe-Gruppe Lungenkrebs

 

Anfang März war das erste Treffen der „in Gründung“ befindlichen Lungenkrebs-Selbsthilfe-Gruppe im Uniklinikum Frankfurt. Frau Barbara Baysal war extra aus Berlin gekommen, um beim ersten Treffen zu beraten, Infomaterial zur Verfügung zu stellen und quasi die Gruppe „anzustoßen“. Der Zulauf am ersten Tag war mehr als dürftig: zusammen mit mir waren wir ganze 3 „Patienten“ plus Frau Baysal (ich hatte hier im Tagebuch darüber berichtet). Am zweiten Treffen konnte ich wegen meiner Lungenembolie nicht teilnehmen, was mir aber auch „Frust“ erspart hat, denn es war eine einzige „Patientin“ erschienen … mir wurde nicht berichtet, was die arme Frau 2 Stunden lang alleine in dem Versammlungsraum gemacht hat …

Heute nun ist der erste Donnerstag im Monat und ich mache mich per Auto auf den Weg nach Frankfurt in die Uniklinik. Telefonisch habe ich im Vorfeld mit einer lieben „Leidensgenossin“ (Marion *winkewinke*) verabredet, dass wir uns im Uniklinikum treffen; sie und ihr Mann kommen extra 160 km hergefahren und müssen danach auch wieder 160 km zurück nach Hause. Und was soll ich sagen: außer uns 3 Hanseln war kein Mensch da. Echt frustrierend. Mit der netten jungen Ärztin, die den Schlüssel zum Raum und das Infomaterial verwaltet, habe ich vereinbart, dass ich nächste Woche noch mal herumtelefoniere (u. a. auch mit Frau Baysal), um eventuell noch etwas zu retten. Wenn sich dann nichts Entscheidendes tut, ist die Gruppe am Ende bevor sie angefangen hat. Echt schade.

Das Tolle an dem Tag war, dass ich Marion und ihren Mann persönlich kennengelernt habe (wir kannten uns bis dahin nur per Telefon) und wir uns super gut verstehen. Wir werden sicher noch viele schöne Zeiten miteinander durchleben: quasseln, uns gegenseitig unterstützen und aufbauen, wenn es nötig ist und Erfahrungen austauschen. Darauf freue ich mich sehr.

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06.05.2011 – Haushaltstag und wöchentlicher Großeinkauf

 

Weil ich mich ausgesprochen gut fühle und auch "Lust" dazu habe, habe ich mir heute vorgenommen, mal gründlich sauber zu machen. Der Staubsauger glüht, Couchen und Sessel werden hin- und hergeschoben, Stühle gerückt. Zwischenzeitlich rödelt die Waschmaschine, Wäsche aufhängen, Betten machen, Geschirr ... nach knapp 3 Stunden bin ich zwar "kaputt", aber froh, dass ich alles Vorgenommene geschafft habe. Mittags kommt Joachim heim: er hat jede Menge Spargel mitgebracht und wir kochen zusammen Spargel mit Salzkartoffeln und brauner Butter ... mmmhhh lecker. Später fahren wir dann noch zum Lebensmittel-Großmarkt, um die "Speisekammern" wieder aufzufüllen. Alles in allem ein sehr guter Tag: körperlich und mental schwimme ich momentan "obenauf" und das fühlt sich einfach toll an.

 

Jetzt kann das Wochenende kommen ! Ich wünsche allen, die hier lesen und in Gedanken bei mir sind ein schönes, sonniges Wochenende. Tschüüüüß, bis Montag.

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10.05.2011 – Großer Schreck am Wochenende

 

Das Wochenende hat Joachim und mir einen großen Schrecken beschert. Aber der Reihe nach:

Da es am Samstag schon morgens relativ warm war, beschlossen Joachim und ich, den Tag erst mal gemütlich zuhause anzugehen, zusammen zu kochen und dann eventuell am späten Nachmittag eine kleine Fototour zu unternehmen. Nach dem Mittagessen und einem guten Kaffee brachen wir um ca. 15:00 Uhr zur Schwanheimer Düne auf, einem kleinen Naturschutzgebiet im Großraum Frankfurt, das wir noch nicht kannten und deshalb „erkunden“ wollten. Nach kurzer Suche, Auto parken ca. 600 m vom Eingang der „Dünenlandschaft“, marschierten wir los. Da die Sonne noch „knallte“, versuchte ich, wenn irgend möglich im Schatten zu laufen, was auch teilweise klappte. An der Düne angekommen, bummelten wir fotografierend langsam den angelegten Bohlenweg entlang, vorwiegend im Schatten. Nach einer Weile kamen wir ans Ende des angelegten Bohlenweges, an dessen Seite eine große Schafherde weidete, wir setzten uns auf ein paar Steine im Schatten und ich fühlte mich sehr wohl. Nach dem Knabbern von einigen mitgebrachten Nüssen und ein paar Schlucken Mineralwasser machten wir uns langsam auf den Rückweg. Nach etwa 50 Metern knipste ich noch ein Foto … und dann ging es los ! Aus heiterem Himmel, wie vom Blitz getroffen, wurde mir schwindelig, meine Augen flatterten und ich konnte meine Beine nicht mehr koordinieren. Hätte Joachim nicht direkt neben mir gestanden, ich wäre umgefallen. Kurze Zeit später, wir standen immer noch umklammert auf dem Weg, wurde mir schlecht und ich musste mich würgend übergeben. Panik stieg in mir hoch (sind das jetzt vielleicht Hirnmetastasen?). Eine Weile standen wir so da und wussten ehrlich gesagt nicht, wie wir zum Auto kommen sollten; ich war nicht in der Lage, zu laufen … alles drehte sich … weder meine Augen noch meine Beine taten, was ich wollte. Und dann schickte uns der Himmel einen Engel !! Die junge Frau, die uns ansprach, ob sie uns helfen könne, stellte sich als Krankenschwester heraus, die mit solchen Situationen vertraut ist und uns ganz toll helfen konnte. Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass ich krebskrank bin, letzten Mittwoch meine letzte Chemo hatte, keine Sonne mehr vertrage und deshalb wahrscheinlich gerade mein Kreislauf zusammengebrochen ist, fand sie genau die richtigen Worte, um mich wieder „aufzubauen“. „Machen Sie die Augen auf und schauen sie ganz nach vorne, nicht auf den Boden.“ Nach kurzer Zeit konnte ich dann langsam, eingehängt von Joachim auf der linken und von unserem Engel auf der rechten Seite, zum Ausgang (ca. 350 m) laufen. Auf einer Bank im Schatten nahe des Ausgang saß ich dann und erholte mich weiter, während Joachim unser Auto holte. Die junge Frau blieb bei mir und wir unterhielten uns sehr nett; die Zeit, bis Joachim zurück kam, verging wie im Flug. Die Beiden verfrachteten mich dann ins Auto und nachdem wir uns bei unserem Engel bedankt und verabschiedet hatten, fuhren wir umgehend nachhause. Schon während der Autofahrt ging es mir merklich besser und den Weg vom Parkplatz, die Treppe nach oben zur Wohnung schaffte ich (untergehakt von Joachim) problemlos. Oben angekommen, war ich anschließend zwar ziemlich müde und abgeschlagen, aber ansonsten ging es mir wieder relativ gut. Den Rest des Abends verbrachten Joachim und ich auf der Couch und erholten uns von dem Schrecken, den uns der Tag gebracht hatte. In der Nacht zum Sonntag habe ich tief und fest und sehr gut geschlafen; am Sonntag war von meinem kleinen Zusammenbruch nichts mehr zu merken.

 

Am Sonntag gingen wir es zuhause gemütlich an und wegen der Hitze bzw. drückenden Schwüle ging ich nicht vor die Tür. Bis jetzt geht es mir gut … es ist, als wäre nichts gewesen. Was das jetzt war bzw. was der Vorfall zu bedeuten hat, wissen die Götter, aber es war schon ein Schuss vor den Bug und eine Warnung, nichts auf die leichte Schulter zu nehmen. Vielleicht habe ich mir in den letzten Tagen zuviel zugemutet (vor allem bei dieser drückenden „Wetterlage“, die auch „gesunden“ Menschen Kreislauf- oder Luftprobleme macht) ? Auf jeden Fall werde ich meinen Körper zukünftig sehr genau beobachten, damit ich (hoffentlich) rechtzeitig „gegensteuern“ kann.

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11.05.2011 – Chemo-Tag / 3. Zyklus / "kleine" Chemo mit einem Drittel Paclitaxel (118mg)  

 

Von 8:00-13:30 Uhr war ich heute wieder in der Onkologischen Ambulanz im NW-Krankenhaus und bin sehr zufrieden mit dem Ablauf dieses Tages. Hier nun der Bericht, wie alles verlaufen ist: Kurz nach 8:00 Uhr war ich (dank meiner pünktlichen Taxi-Fahrerin) schon „vor Ort“; in der Ambulanz war es ungewöhnlich ruhig, da vorerst nur wenige Patienten da waren. Nach einer dreiviertel Stunde wurde Blut abgenommen und um 10:00 Uhr wurde die Chemo (inkl. Vorbereitungs-Infusion) angehängt. Während die Chemo lief, hatte ich mein Arztgespräch (was sehr gut war) und um kurz vor 13:00 Uhr war alles "gelaufen". Mein Taxi holte mich um 13:30 Uhr ab und brachte mich nachhause; Alles in Allem hat also alles super geklappt. *freu*

Jetzt kommt aber das Beste des Tages ! Heute habe ich in der Onko-Ambulanz Ilona kennengelernt. Sie ist eine "Leidensgenossin" und hatte mir vor einiger Zeit (aufgrund meines Tagebuchs, das sie von Anfang an gelesen hat) geschrieben, dass sie auch in der Onko-Ambulanz des NW-Krankenhauses betreut wird. Wir hatten uns für heute dort verabredet, verstanden uns auf Anhieb, als wenn wir uns schon ewig kennen und waren bzw. sind beide seeeeeehr froh, dass wir uns "gefunden" haben. Fast 2 Stunden redeten wir (zwischen Blutabnahmen und Arztgespräch von Ilona) und die Zeit verging wie im Flug. Solche Gespräche bzw. Treffen müssen und werden wir unbedingt wiederholen. Ich drück' dich, Ilona !

Den Nachmittag habe ich einfach vertrödelt. Bis auf die Aktualisierung des Tagebuchs konnte ich mich zu nichts weiter aufraffen. Die schwüle, drückende Wetterlage macht mir ein bisschen zu schaffen; ich bin etwas kurzatmig und habe "schwere Beine" ... also lasse ich es ruhig angehen. Heute Abend muss ich aber unbedingt noch in meinem Krebs-Forum schreiben, das ich seit letzter Woche sträflich vernachlässigt habe ... meine Tage sind einfach irgendwie zu kurz. :-)

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12.05.2011 – Gute Freunde sind ein kostbares Gut

 

Heute habe ich einen wunderschönen Tag mit lieben Freunden verbracht; ich bin richtig verwöhnt worden. Morgens, kurz nach 10:00 Uhr haben mich André und Brigitte per Auto in Karben abgeholt und wir fuhren, uns fröhlich und gut gelaunt unterhaltend, Richtung Wiesbaden ins „Eichhörnchenparadies“ (die Wohnung der Beiden); unterwegs wurden noch schnell frische Brötchen für ein zweites Frühstück besorgt. In der Wohnung angekommen, wurde als erstes meine mitgebrachte Kamera (Olympus E-5) für eventuelle „Abschüsse“ vor- bereitet: Objektiv wechseln, Einstellungen prüfen bzw. vornehmen, Probebilder machen. Um es vorweg zu sagen … es kam den ganzen Tag kein Rotröckchen vorbei (außer am späten Abend ein Jungtier und da reichte das Licht nicht mehr).

Schon vor einiger Zeit hatte ich meinem Schatz Brigitte meine alte, heiß geliebte Bridgekamera (Panasonic FZ-30) versprochen, die ich ihr heute endlich mit allem Zubehör mitbringen und „feierlich übergeben“ konnte. Wir haben uns beide gefreut: sie über die für sie „neue“ Kamera und ich darüber, dass ich ihr offensichtlich eine Freude machen konnte. Brigitte ist ein Schatz und bei ihr weiß ich mein „Baby FZ-30“ in guten Händen. Eine kurze Einführung bzw. Erklärungen von mir über die Bedienung und auch die „Eigenheiten“ der Kamera folgte und dann musste Brigitte leider noch einmal für ein paar Stunden zur Arbeit fahren. André und ich nutzten die Gelegenheit nun zu einem fulminanten zweiten Frühstück mit Kaffee, Orangensaft, krossen Brötchen, leckerem Schinken, Salami, Käse, Wurst, Gürkchen und zum Abschluss ein Nutella-Croissant … himmlisch.

Dann machten wir uns ans "Werk“. Durch die Arbeit mit und an meinen Fotos habe ich mir im Laufe der Zeit Einiges an Wissen über Bildbearbeitung (Photoshop und PSE) angelesen, angeeignet und selbst erarbeitet, quasi „learning by doing“ und dieses Wissen und verschiedene „Kniffe“ wollte ich gern an André (seiner Bitte nachkommend) weitergeben. Konzentriert arbeiteten wir mehrere Stunden verschiedene Bearbeitungs-Situationen durch und die Zeit verging wie im Flug. Es hat uns beiden großen Spaß gemacht; mir, weil ich mal wieder etwas wirklich Sinnvolles tun und meine „Lehrerqualitäten“ zeigen durfte und André, weil er (wie er sagt), wirklich etwas gelernt hat. Eine kurze Pause zwischen den einzelnen „Übungs-Fotos“ nutzten wir zum Essen einer extra für uns von Brigitte vorgekochten, hausgemachten, superleckeren Spargelcreme-Suppe. Zwischendurch gab es noch Kaffee und kleine Topfkuchen … zum Glück kann ich im Moment wegen der Chemo (fr)essen, ohne zuzunehmen. *freu*

Fast zeitgleich trudelten dann Brigitte und Joachim (um mich abzuholen) herein. Zu viert saßen wir dann noch gut zwei Stunden zusammen und klönten miteinander über „Gott und die Welt“. Nach 22:00 Uhr waren Joachim und ich wieder zuhause und ich ließ noch einmal den Tag Revue passieren: es war wieder ein unvergesslich schöner Tag im „Eichhörnchenparadies“ und Joachim und ich sind so froh, dass wir Brigitte und André zu unseren Freunden zählen dürfen. 

Danke euch beiden Schätzen für die wunderschöne gemeinsame Zeit.  <3 <3

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13.05.2011 – Das Wochenende ist in Sicht ...

 

... und ich habe heute noch viel zu erledigen, bevor ich das Besagte "einläuten" kann. Einen letzten Versuch will ich noch machen, um die Lungenkrebs-Selbsthilfegruppe Frankfurt/Main zu "retten". Wie mit der jungen Uni-Ärztin vergangene Woche abgesprochen, telefoniere ich die beiden anfänglich dagewesenen "Patienten" ab, telefoniere mit Frau Baysal in Berlin und schreibe dann eine Mail mit entsprechenden Vorschlägen und Änderungen an die Ärztin am Uniklinikum (erste Ansprechpartnerin der SHG, bis sich jemand als "Gruppenleiter" gefunden hat). Anschließende Telefonate mit Papa (zum Wochenende) und lieben "Leidensgenossinnen" folgen und dann ist schon Mittag angesagt und Joachim kommt heim mit 2 Pizzen im Gepäck. Schnell Pizza essen und dann geht es ab nach Offenbach ... unsere Brillen sind fertig und können abgeholt werden. Gut zwei Stunden verbringen wir in Offenbach mit Brillen abholen und Eis essen. Anschließend geht es wieder heimwärts ... unser wöchentlicher Großeinkauf  steht noch auf dem Programm. Vollgepackt mit Tüten und Taschen schließen wir nach 20:00 Uhr unsere Wohnung auf und nach dem Abendessen können wir langsam ans Wochenende denken. Schnell noch Tagebuch aktualisieren und dann ist es soweit: ich wünsche allen, die hier vorbeischauen ein schönes Wochenende und sage tschüß, bis frühestens Montag. *winke-winke*

 

Ach, übrigens: mir geht es prima (nur ein bisschen kurzatmig, aber das ist sicher "wetterbedingt"). Das Leben ist schööööön !

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15.05.2011 – "Shopping" am Samstag und "Karbener Wald" am Sonntag

 

Gestern, Samstag, veranstaltete "unser" Geschäft, in dem wir meistens unsere sogenannte "Outdoor-Bekleidung" kaufen, eine Trekking-Börse mit Verkauf von gebrauchten Gegenständen (Schuhe, Rucksäcke, Schlafsäcke, Fahrrad-Taschen, Bekleidung usw.) und zusätzlich gab es viele Sonderangebote und Rabatte auf das reguläre Warenangebot, um das Lager für neue Ware zu räumen. Joachim und ich haben richtig "zugeschlagen": zwei neue Baggy-Hosen und eine warme Fleece-Jacke für mich, eine Baggy-Hose, neue Trekking-Schuhe und eine Jacke für Joachim. Nach einer hausgemachten Linsensuppe, Kuchen und Kaffee im Hof des Ladens zogen wir nach vier Stunden Aufenthalt zufrieden von dannen. Konsumieren macht Spaß ! :-) Den Nachmittag und Abend ließen wir geruhsam angehen ... gemeinsam kochen, gemütlich essen ... es war ein schöner Samstag.

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Die Vegetation in unserem Karbener Wald explodiert gerade und deshalb entschlossen wir uns am Vormittag, dort einen großen Spaziergang zu machen. Meine Kamera blieb zuhause; Joachim's musste mit (es könnte ihm ja ein Super-Motiv durch die Lappen gehen). :-)) Über zwei Stunden waren wir im Wald unterwegs, die letzte halbe Stunde im Regen. Der Nachmittag war wieder sehr geruhsam und ich konnte mich von dem Spaziergang, der mich doch ein bisschen angestrengt hatte, gut erholen. Irgendwie macht mir das komische Wetter luftmäßig zu schaffen ... es ist aber nicht "schlimm" und ich kann gut damit leben; ansonsten ist alles "paletti" und ich fühle mich "sauwohl". Mein Gewicht halte ich seit mehreren Tagen konstant, also ist auch in diesem Bereich alles okay. Mein Husten hält sich auch sehr in Grenzen und deshalb gibt es keinen Grund zum Jammern ... im Gegenteil. :-)

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16.05.2011 – Haushalts-Großkampftag

 

Unglaublich, was man alles schaffen kann, wenn man Lust dazu hat … und heute Morgen hatte ich Lust, mal meine Bude „aufzumischen“ und viele Dinge zu erledigen, die die letzten Tage liegen geblieben waren. Hier nur eine kleine „Auswahl“ meiner Arbeitswut: Wohnung gesaugt, Küche und Bad gewischt, Staub gewischt, 2 Trommeln Wäsche gewaschen und aufgehängt, Zimmer-Pflanzen neu arrangiert und gegossen, Orchideen getaucht, vor gekocht fürs Abendessen. Am Nachmittag war Computer-Arbeit an der Reihe; wichtige Mails bezüglich der Lungenkrebs-SHG waren zu erledigen, meine Homepage wollte aktualisiert werden und im Krebsforum war wieder einiges nachzulesen. Im Nu war der Abend da … die Zeit ist wie im Flug vergangen. Jetzt, nach einem gemütlichen Abendessen mit Joachim, bin ich zwar müde von der Arbeit des Tages, aber sehr zufrieden mit dem, was ich heute alles erledigt habe.

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18.05.2011 – Chemo-Tag / 3. Zyklus / letztes Drittel der "kleinen" Chemo (Paclitaxel 118mg)

 

Von 7:45-13:30 Uhr war ich heute wieder im NW-Krankenhaus zur „kleinen“ Chemo, die planmäßig laufen konnte. Die Blutwerte sind für meine Verhältnisse prima (Leukos z. B. 8.360); zwei Werte weichen allerdings drastisch vom Normbereich ab (habe ich aber erst zuhause auf dem Ausdruck gesehen und muss und werde deswegen nächste Woche nachfragen). Es handelt sich speziell um den Zuckerwert (das vernachlässige ich aber erst mal, weil nicht „nüchtern“ abgenommen wurde und ich beim Frühstück eine „Süße“ bin) und um den Leberwert (GGT), der mir echt Sorgen macht. Der Gamma-GT-Wert, der im Normbereich unter 40 liegt, liegt heute bei mir bei 137. Laut Herrn Google ist dann irgendwas mit der Leber nicht in Ordnung ??? Unter anderem ist bei der Erklärung der Werte von "Alkoholmissbrauch" die Rede; während der Chemo-Phasen verzichte ich komplett auf irgendwelchen Alkohol und auch sonst bin ich bei Alkohol sehr zurückhaltend ... das kann es also nicht sein. Können eventuell die Chemo-Medikamente diesen Wert negativ beeinflussen ? Nächste Woche beim Arztgespräch werde ich das Thema ansprechen und hoffentlich entsprechende Antworten bekommen. Lebermetastasen kann ich jetzt gerade überhaupt nicht gebrauchen ! Ansonsten geht es mir wirklich gut; keine Nebenwirkungen der Chemo zu spüren. Allerdings macht mir das „kalt-warm-schwüle-komische“ Wetter arg zu schaffen, was meine Puste anbetrifft; ich bin ziemlich kurzatmig (vor allem das Treppensteigen in unsere Wohnung im 3. Stock ist momentan eine echte Herausforderung).

Der Nachmittag verging heute wieder ganz schnell mit administrativen Tätigkeiten am PC und Mails bezüglich der Selbsthilfe-gruppe. Langsam bin ich zuversichtlich, dass wir hier etwas auf die Beine stellen können. Anfang Juni werde ich noch in meinen verschiedenen Arztpraxen Flyer auslegen/-hängen, um auf die neue SHG in Frankfurt hinzuweisen um so eventuell noch Patienten zum Mitmachen zu animieren. Frau Baysal hatte schon gesagt, dass man einen "langen Atem" braucht, aber den habe ich (trotz kaputter Lunge) ... wenn ich etwas will, kann ich sehr beharrlich sein ! :-)

 

P.S.

Meine lieben Leidensgenoss/Innen aus dem Krebsforum haben mich bezüglich des erhöhten Leberwertes beruhigt. Bei den meisten hat sich durch die Chemo-Therapie dieser Wert auch drastisch erhöht und hat sich dann einige Wochen nach Ende der Chemo wieder normalisiert. Zusätzlich habe ich einen guten Tipp bekommen: mit der Einnahme von Mariendistel-Kapseln kann man der Leber die „Arbeit“ erleichtern und der Wert normalisiert sich schneller. Ich werde meinen Onko-Arzt darauf ansprechen und wenn er nichts dagegen hat, werde ich die Mariendistel-Kapseln nehmen.

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19.05.2011 – Nachdenkliches zum kommenden Wochenende 

 

Vor ein paar Tagen fand in "meinem" Krebsforum eine sehr interessante Diskussion statt. Es ging um die Definition von „Glück“ bzw. was empfinde ich nach der Diagnose „Lungenkrebs“ jetzt als „Glück“ und wann bin ich „glücklich“ ? Einige Leidensgenossinnen haben ihre Sichtweise geschildert und es war sehr interessant, mal über den eigenen „Tellerrand“ zu schauen und auch mal selbst über dieses Thema intensiv nachzudenken. Ich habe meine Sichtweise zu diesem Thema auch erzählt und zitiere mich jetzt mal:

 

"Unbeschwert" glücklich werden wir wohl alle nicht mehr sein, denn dazu ist die Diagnose zu sehr in unseren Köpfen "eingebrannt" und somit allgegenwärtig. Für mich selbst habe ich aber festgestellt, dass ich es seit (bzw. nach der Verarbeitung) der Diagnose sehr viel mehr zu schätzen weiß, wenn es mir gut geht ... und darüber bin ich sehr glücklich. Meine Sichtweise hat sich (für mich zum Besseren) total verändert. Vor der Diagnose war für mich alles irgendwie "selbstverständlich": selbstverständlich hatte/habe ich einen tollen Mann an meiner Seite, einen sehr guten Job, einen für mein Alter "fitten" und relativ gesunden Körper, keine finanziellen Probleme, eine tolle Wohnung, 2 Autos, 3 x im Jahr in Urlaub fahren ... alles selbstverständlich ("schließlich habe ich ja dafür gearbeitet" war mein Motto). Heute (nach 1,5 Jahren "Lungenkrebs" mit diversen "Rückschlägen" bis hin zur Todesangst bei meiner Embolie) kann ich sagen, dass mich jetzt schon ganz banale Dinge glücklich machen:


<>  Bei Sonnenschein im Straßencafé ein schönes Eis essen und dem bunten Treiben, dem Leben, den Menschen zuschauen, die vorbeiziehen. Es ist einfach herrlich, das zu "erleben" und zu fühlen, dass das Leben weiter geht ... auch das eigene!

<>  Wenn im Frühling die ersten Blüten ans Tageslicht drängen und die Vögel zu singen anfangen, dann empfinde ich große Glücksgefühle, dass ich das noch/wieder erleben darf ... zukünftig ist das ja nicht "selbstverständlich".

<>  Stundenlang mit meinem Fotoapparat im Wald herumzustöbern; heute ist das für mich zwar anstrengender als vor der Diagnose, aber ich bin glücklich, dass ich es noch/wieder kann und genieße jede Minute davon ... früher wusste ich es nicht zu schätzen ... es war einfach normal und "selbstverständlich".

 

Tausend Sachen könnte ich noch aufzählen, die mir so durch den Kopf gehen, aber ich will niemanden mit meinen "Gedanken zum Sonntag" langweilen ... :-)

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20.05.2011 – Nichts Neues ...

 

... gibt es heute zu berichten. Nach einem mit schönen Telefon-Gesprächen wie im Flug vergangenen Vormittag (*winkewinke* Ilona) und einem schnellen Mittagessen machen mein Göttergatte und ich uns am Nachmittag auf den Weg nach Offenbach, um eine weitere (letzte Woche bestellte) Brille für Joachim beim Optiker abzuholen. Die neue Lese-Brille ist schnell angepasst und nach einem leckeren Eis in der Fußgängerzone geht es zurück nach Karben in den Großmarkt zum wöchentlichen Lebensmittel-Einkauf. Kurz vor 19:00 Uhr schnaufe ich wie eine Dampflok nach oben in unsere Wohnung; das schwül-heiße Wetter macht mir und meiner Puste echt zu schaffen. Mal sehen, ob die angekündigten Gewitter Erleichterung bringen … der ausgetrockneten Natur und mir !

 

Am Wochenende wollen wir unsere Steuererklärung endlich mal in Angriff nehmen und davor graust mir jetzt schon. Mindestens ein ganzer Tag geht immer dabei drauf; diese "Papierkram-Wühlerei" geht mir jedes Jahr gehörig auf den Senkel und das wird dieses Jahr sicher auch nicht anders sein ... ich hasse Steuererklärungen !

Zum Schluss wünsche ich euch allen noch ein entspanntes, schönes Wochenende und sage tschööööö bis nächste Woche.

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22.05.2011 – Gemütliches Wochenende


Nach einem langen, ausgiebigen Frühstück am Samstag entschlossen wir uns zu einem Wald-Spaziergang und machten uns auf in „unseren“ Wald. Leider war es schon sehr später Vormittag, fast Mittag und schon ziemlich warm, sodass wir nach einer knappen Stunde wieder nach Hause fuhren. Ich fühlte mich in der drückenden Hitze einfach nicht wohl und war wieder sehr kurzatmig und schlapp. Joachim verwöhnte mich zuhause dann mit einem leckeren Mittagessen und ein kleiner Nachmittags-Schlaf im Bett tat sein Übriges dazu, mich wieder in den „Wohlfühlbereich“ zu bringen und den gemütlichen Rest des Tages zu genießen.

 

Heute, Sonntag waren wir dann schlauer als gestern und nutzten ganz früh am Morgen die Kühle im Wald zu einem ausgiebigen, zweistündigen Spaziergang, der mir auch wirklich gut getan hat. Allerdings sind die drei Stockwerke in unsere Wohnung für mich momentan eine „Herausforderung“. Das Hochsteigen fällt mir unendlich schwer; nur mit zwei Verschnauf-pausen komme ich überhaupt hoch und dann schnaufe ich wie eine ausrangierte Dampflok. Das nervt mich total !!! Den „Rest“ des Sonntags verbrachten wir wie den Samstag: essen, schlafen, Gemütlichkeit. Eigentlich wollten wir unsere „Steuer“ machen, aber morgen ist auch noch ein Tag … :-)

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23.05.2011 – Steuererklärungs-Frust und dicke Füße

Nachdem wir am Wochenende unsere Steuererklärung erfolgreich ignoriert haben, müssen wir heute leider in den sauren Apfel beißen und uns an die Arbeit machen. Joachim hat sich für heute Urlaub genommen; ganz toll, Urlaub, um „Papierkram zu erledigen … entsprechend ist unsere „Laune“. :-) Bei uns beiden bin normalerweise ich der „PC-Freak“ und Joachim geht nur an den Computer, wenn es unbedingt sein muss, aber heute animiere ich ihn dazu, selbst bzw. erst mal allein die nötige Steuer-Software aufzuspielen und quasi die „Regie“ zu übernehmen, denn wer weiß, wie lange ich noch fit bin und dann ist er für den Fall der Fälle „gerüstet“. Direkt nach dem Frühstück legt er los … es klappt aber leider nicht, was allerdings nicht an ihm liegt, sondern am Alter (läuft noch mit dem Betriebssystem XP) des Laptops, mit dem wir die Steuererklärung bearbeiten wollen; außerdem ist aus Sicherheitsgründen dieser Laptop nicht „online“ (hat also ganz bewusst keinen Internet-Zugang) und das mag diese Software anscheinend auch nicht. Jetzt ist guter Rat teuer. Gemeinsam versuchen wir, mit einem anderen Laptop, entsprechende Updates bei Microsoft herunterzuladen, um das alte Ding zum Laufen zu bringen, aber auch das scheitert. Nach mehreren Versuchen und 4 Stunden später geben wir auf und entschließen uns dazu, einen neueren Laptop (mit dem Betriebssystem Windows7) zu nehmen. Gott sei Dank haben wir vier von den Dingern (zwei „mit“ Internet und zwei „ohne“). Diesmal klappt alles reibungslos und nach sage und schreibe insgesamt fünf Stunden könnten wir theoretisch mit der eigentlichen Arbeit anfangen … wenn uns nicht die Lust vergangen wäre. :-) Wir haben beide tierischen Hunger und beschließen einstimmig, dass für heute die Steuer „erledigt“ ist und Joachim uns erst mal was Gutes kocht, was er dann auch mit Freude macht (alles ist besser als dieser mistige Papierkram). Nach dem Essen geht es uns beiden gut und die Welt ist wieder in Ordnung. :-)

 

Für den Nachmittag habe ich noch einen Termin. Ab 17:00 Uhr trifft sich eine „Frauen-Selbsthilfe-Gruppe nach Krebs“ in Frankfurt und mit der Gruppenleiterin habe ich vereinbart, dass ich hinkomme und mir das mal ansehe bzw. anhöre, was dort so gemacht wird; auch um mir Anregungen zu holen für „meine Lungenkrebs-SHG“. Eigentlich müsste ich um 16:00 Uhr losfahren, aber zwischenzeitlich ist es wettermäßig so schwül und heiß (30°C) geworden, meine Füße bzw. Knöchel sind ganz dick geschwollen und mit der „Puste“ ist es auch nicht so dolle. Wenn ich mir vorstelle, bei dieser Hitze im Auto nach Frankfurt zu fahren, wird mir ganz anders. Wo parke ich (ist in diesem Stadtteil von Frankfurt ein Problem) und wie weit muss ich vom Parkplatz zum Treffpunkt in der Hitze laufen, wo mir doch schon bei der kleinsten Anstrengung das Atmen schwerfällt? Schweren Herzen entschließe ich mich, den Termin telefonisch abzusagen und mich die Woche dann wieder zu melden, um einen neuen Termin auszumachen; irgendwann wird es ja mal wieder kühler und für mich damit besser. Den Rest des Tages fasse ich zusammen mit dem Wort „Gemütlichkeit“ … und meine dicken Füße liegen hoch, damit sie in bisschen abschwellen können.

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24.05.2011 – Treffen mit Mila


Auf den heutigen Tag freue ich mich ganz besonders, denn ich treffe mich mit Mila, einer „Leidensgenossin“, die ich im Februar in der HSK in Wiesbaden kennengelernt habe. Mila hat ein sogenanntes „Pleuramesotheliom“ und wurde im Februar in einer mehrstündigen, sehr komplizierten OP erfolgreich von „unserem Professor“ operiert; unter anderem wurden Teile des Herzbeutels, der Pleura und des Zwerchfells entfernt und durch Gore-Tex-Einlagen ersetzt. Momentan ist Mila tumorfrei, hat aber nach wie vor noch Schmerzen von der OP.

Um 11:00 Uhr treffen wir uns im Eiscafé in einem großen Einkaufszentrum im Frankfurter Norden und bei Cappuccino quatschen wir, was das Zeug hält. Nach über zwei Stunden wechseln wir das Lokal und ziehen um zu einem kleinen Thai-Restaurant, wo wir essen und weiter quatschen … einfach herrlich. Beide essen wir unsere übervollen Teller leer (so gut schmeckt es uns) und verbringen einen wunderschönen Nachmittag zusammen. Mit dem Versprechen, solche Tage unbedingt zu wiederholen, trennen wir uns um 17:00 Uhr und ich mache mich auf den Weg zurück nach Karben. Kurz vor 18:00 Uhr schnaufe ich durch unser Treppenhaus in den 3. Stock … langsam und pustend zwar, aber ohne größere Pause. Gleich kommt Joachim nachhause und ich hab’ ihm viel zu erzählen. Nach einem gemütlichen Abend neigt sich ein schöner Tag dem Ende zu.

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25.05.2011 – Chemo-Pause ... oder auch nicht !?

 

Du meine Güte ! Wenn ich gewusst hätte, was das für ein Tag wird, wäre ich im Bett geblieben … Auf meinem Plan steht heute: Chemopause, Blutbildkontrolle, Treffen mit Ilona in der Ambulanz *freu*. Danach ist „frei“ und ich möchte gern diese Zeit zu nutzen, um meine Homepage zu aktualisieren und mich endlich um die Fertigstellung der Usedom –Seite kümmern.

Mit diesen Gedanken im Kopf erscheine ich um kurz nach 8:00 Uhr morgens in der Onko-Ambulanz des NW-Krankenhauses. Ilona ist schon da und wird gerade im Blutabnahme-Raum „gequält“ (ihre Venen spielen nicht so mit wie sie sollten). Nach einer Runde quasseln bin ich mit dem Blut abnehmen dran; da ja heute keine Chemo laufen soll, wird die Port-Nadel gespart und über die Vene abgenommen, was bei mir Gott sei Dank sofort problemlos funktioniert. Das Warten auf die Blutwerte und das darauffolgende Arztgespräch wird wieder mit kurzweiligen Gesprächen im Therapie-Raum überbrückt, denn inzwischen hängt Ilona an zwei Wasserbeuteln, die ihre Nieren zur Vorbereitung auf ein CT mit Kontrastmittel wässern sollen. Um kurz vor 10:00 Uhr stehen meine Blutwerte fest und ich werde zum Arztgespräch gebeten.

Und nun nimmt das "Unheil" seinen Lauf. Nachdem ich einige Fragen mit dem Arzt geklärt habe und er mich beruhigt  hat (Leberwerte, Atemnot, dicke Füße usw.) schaut er sich meinen Chemoplan an und meint plötzlich: "Da Sie die Chemo super vertragen und die Blutwerte prima mitspielen, wollen wir nicht ohne Chemopause noch ein Drittel Dosis vom Paclitaxel draufsetzen und den Metastasen keine Pause gönnen ?" Nach kurzem Überlegen und dem Abwägen des Für und Wieder entschließe ich mich „dafür“ und der Arzt meint: „Dann bestelle ich jetzt die Chemo und Sie können schon in den Therapie-Bereich gehen." Also, schnell noch eine Nadel in den Port stechen lassen und dann marschiere ich fröhlich zurück ins Therapie-Zimmer 1 zu Ilona und richte mich dort „häuslich“ für die „kurze“ Chemo ein; es ist jetzt 10:30 Uhr. Kurz nach 11:00 Uhr erscheint die MTA mit der „Vorbereitung auf die Chemo“; einem kleinen Infusions-Fläschchen mit einem Antihistamin, einem „Antischlecht“-Mittel und Kortison, das circa eine halbe Stunde durchläuft. Normalerweise wird direkt anschließend der Beutel mit dem Paclitaxel angehängt, aber heute passiert das nicht. Zuerst ist es nicht weiter schlimm, denn Ilona und ich unterhalten uns sehr kurzweilig und auch andere Patienten beteiligen sich an unserer „Party“, sodass es recht kurzweilig ist und mir die Warterei zuerst nichts ausmacht. Trotzdem frage ich zwischenzeitlich immer mal nach, was denn jetzt mit meiner Chemo ist und wann es losgeht. Mehrfach werde ich „vertröstet“ … und nichts passiert ... ca. 4 Stunden lang ! Innerhalb dieser 4 Stunden frage ich ungefähr 7 Mal nach, spreche zwei Mal meinen vorbeilaufenden Arzt an, spreche die Chefin der Ambulanz an, verabschiede Ilona, die inzwischen mit ihrer Bewässerung fertig ist, verabschiede mehrere Patienten aus dem Zimmer 1 und hole mir etwas Essbares (Brötchen, Stückchen, Schokolade) aus der Cafeteria im 11. Stock, weil ich vor Hunger fast umfalle. Im Nachhinein ist (für mich) nicht mehr zu klären, warum meine Chemo versemmelt wurde. Um es jetzt kurz zu machen: als nach weit über 4 Stunden endlich mein Chemo-Beutel auftaucht, ist die sogenannte „Vorbereitung“ „verpufft“ (nicht mehr wirksam) und muss ein zweites Mal gegeben werden. Nach zwei „Vorbereitungen“ und einem 118mg-Beutel Paclitaxel verlasse ich um 17:00 Uhr, also knapp 9 Stunden Aufenthalt in der Ambulanz endlich das Haus und fahre genervt nachhause. Kurz vor 18:00 Uhr schnaufe ich wütend (und ohne "Puste-Pause") in unsere Wohnung in den 3. Stock. Normalerweise müsste ich noch an den Computer, aber heute habe ich echt die Schnauze voll !!!

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26.05.2011 – "Fotosession" bei André und Brigitte im "Eichhörnchenparadies" in Wiesbaden

 

Nachts um 02:30 Uhr werde ich durch kribbelndes Nasenbluten wach; Kopfkissen, Laken, Schlafanzug … alles voller Blutflecken. Was ist denn jetzt los ? Schnell gehe ich ins Bad, wasche das Blut im Schlafanzug notdürftig aus und lege mir ein nasses Tuch in den Nacken. Um Joachim nicht weiter zu stören, setze ich mich ins Wohnzimmer und stelle Überlegungen an, warum meine Nase blutet. Nachdem ich Blutdruck gemessen habe (bilderbuchmäßige 120:80) findet sich schnell eine „harmlose“, für mich plausible Begründung ... in den letzten Tagen, wo das Wetter mir so zu schaffen macht, habe ich mir nachts ab und zu per Nasenschlauch ein bisschen „extra“ Sauerstoff gegönnt; einfach, weil es mir gut tut und ich damit gut schlafen kann. Ich nehme an, dass dadurch die Schleimhäute in der Nase etwas ausgetrocknet (und rissig) sind und der täglich gespritzte Blutverdünner noch ein Übriges dazu tut, dass es nicht oder nur schlecht aufhört zu bluten. Nach über einer Stunde Nase zusammendrücken gehe ich wieder ins Bett und schlafe noch eine Runde bis der Wecker (heute um 05:00 Uhr) klingelt; heute habe ich nämlich etwas Tolles vor ! André wird mich um 07:00 Uhr abholen und mit nach Wiesbaden nehmen, wo schon Brigitte auf uns wartet. Wir drei Hübschen wollen uns einen schönen Vormittag machen; gemeinsam frühstücken, Eichhörnchen fotografieren, quatschen (ist sehr wichtig !!) und zum Schluss gemeinsam Mittagessen, denn am Nachmittag haben meine beiden Süßen leider „Dienst“ und müssen arbeiten.

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Pünktlich zur verabredeten Zeit holt mich André ab, wir kaufen noch schnell frische Brötchen für unser zweites Frühstück und dann geht es ab in Richtung Wiesbaden, wo schon Brigitte auf uns wartet. Wie „geplant“, verbringen wir einen wunderschönen Vormittag zusammen, nur die kleinen Rotröcke „spielen“ nicht so richtig mit. Ganze drei Bilder kann ich machen, was aber überhaupt nicht schlimm ist, denn frei lebende Tiere kann man nicht „auf Bestellung“ fotografieren … irgendwann wird es klappen mit den süßen Kobolden. Nach einem tollen zweiten Frühstück, wunderbaren Gesprächen, Herumalberei und einem schmackhaften Mittagessen geht es wieder zurück Richtung Karben. Der schöne Vormittag ist wie im Flug vergangen ... aber wir sind uns sicher: es werden noch ganz viele gemeinsame Tage folgen.

DankeschöÖöÖön, ihr beiden, für die unvergessliche Zeit, die ich mit euch verbringen darf.

Der Nachmittag vergeht schnell mit Computer-Arbeit, die dringend erledigt werden muss (Mails beantworten, Homepage aktualisieren) und Telefonieren. In letzter Zeit habe ich das Gefühl, die Tage sind viel zu kurz und haben immer weniger Stunden !!

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27.05.2011 – Sauerstoff-Lieferung, Haushalt und Großeinkauf

 

Meine Liste der heute zu erledigenden Dinge ist ziemlich umfangreich. Zuerst steht die 3-wöchentliche Sauerstoff-Lieferung auf dem Termin-Kalender. Eine Stunde früher als vereinbart, erscheint schon morgens früh um 08:00 Uhr der "O2-Fahrer" und betankt meinen großen Sauerstoff-Behälter, den ich vorerst noch bis 30.06.2011 "zur Sicherheit" zur Verfügung habe. Nach 10 Minuten ist alles erledigt und der Tank ist wieder voll. Jetzt kann ich loslegen und meinen Haushalt auf Vordermann bringen. Da ich nach wie vor recht kurzatmig bin, geht mir alles ziemlich langsam von der Hand, aber schließlich muss ich keine Rekorde brechen und nur "das bisschen Haushalt" erledigen ... egal in welcher Zeit. Nach und nach wasche ich 2 Trommeln Wäsche und hänge sie (mangels Trockner) auf, mache die Betten, spüle Geschirr (wir haben auch keine Spülmaschine), gieße die Zimmerpflanzen und räume auf. Anschließend sind einige Telefonate und ein bisschen Büro-Arbeit dran. Als Joachim nachhause kommt, zwei Tiefkühlpizzen unterm Arm, habe ich gerade meine Liste "abgearbeitet" und Joachim und ich können uns dem Zubereiten und Essen der köstlichen Pizza widmen. Am Nachmittag geht es dann wie üblich in den Großmarkt zum Einkaufen und dann ist auch dieser Freitag "Geschichte" und das Wochenende kann eingeläutet werden.

 

Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes selbiges und sage tschüüüüüß, bis frühestens Montag ... in alter Frische !!! :-))

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29.05.2011 – Résumé vom Wochenende


In der Onko-Ambulanz des Krankenhauses habe ich vor einiger Zeit ein Prospekt eines Perücken-Ladens entdeckt, das mich in seiner Aufmachung sehr angesprochen hat. Da mich meine Perücke aus verschiedenen Gründen ein bisschen nervt, habe ich beschlossen, mir eine zweite, quasi „verbesserte“ zuzulegen. Zwei Dinge stören mich im Moment: besonders bei warmem Wetter schwitze ich ziemlich unter dem Ding und außerdem fallen die Haare im Nacken nicht so, wie ich mir das vorstelle (sie stehen nach einiger Zeit des Tragens irgendwie „unnatürlich“ am Kragen ab). Nach anfänglichem „Murren“ machte Joachim gute Miene zum bösen Spiel (*gg*) und ich „durfte“ für den Samstag Morgen einen Termin in dem vorgenannten Perücken-Geschäft vereinbaren. Pünktlich um 9:00 Uhr sind wir dort und werden sehr positiv überrascht. Die uns beratende Chefin ist sehr sympathisch und versteht ihr Handwerk wirklich toll. Ich entscheide mich vorab für eine Perücke, die im Oberkopf eine besondere Gaze hat (kühlt im Sommer) und von der Knüpftechnik feiner ist als meine jetzige (natürlich deswegen auch etwas teurer) und wo die Nackenhaare nicht glatt, sondern „wuschelig/lockig“ sind. Meine nette Beraterin misst noch den Kopfumfang und dann machen wir einen Termin für Dienstag Nachmittag aus; bis dahin bestellt sie „meine“ Perücke und noch einige andere Modelle, die ich anprobiert habe bzw. die mich interessieren, in meiner Größe. Auf jeden Fall werde ich am Dienstag mit neuer „Zweitfrisur“ nachhause gehen (worauf ich mich jetzt schon freue). Wieder zurück zuhause, vergeht der Rest des Samstags nach dem Mittagessen mit PC-Arbeit und dem Zusammensuchen von Unterlagen für unsere Steuererklärung, die wir am Sonntag (auf den letzten Drücker) endlich in Angriff nehmen und auch fertig stellen wollen (und müssen).

Am Sonntag machen wir uns nach dem Frühstück und einem langen Telefonat mit den Schwiegereltern gleich an unsere Steuererklärung und schaffen es tatsächlich ohne größere Probleme, nach genau 5 Stunden alles abzuschließen. Morgen werden noch Kopien der beigefügten Unterlagen gemacht und dann geht morgen Abend alles „auf die Reise“. Der Sonntag Abend klingt mit einem leckeren Essen gemütlich aus. Joachim und ich sind sehr zufrieden, dass wir den lästigen Papierkram endlich erledigt haben; jetzt ist bis zum nächsten Jahr "Steuerpause".

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30.05.2011 – "Blauer" Montag


Heute mache ich mir einen schönen Tag ! Ilona hat heute in der Onko-Ambulanz im NW-KH einen zusätzlichen Therapie-Termin und ich habe beschlossen, sie dort zu besuchen und ihr Gesellschaft zu leisten. Wir verbringen (zusammen mit ihrem Mann) einen schönen Vormittag mit "Quatschen" und Lachen, nehmen einen kleinen Imbiss in der hauseigenen Cafeteria und verabschieden uns am Mittag mit der Verabredung zum nächsten Treffen. Um 13:00 Uhr bin ich wieder zuhause und mache mir einen "faulen" Tag, denn körperlich geht es mir nicht ganz so prickelnd. Durch die regelrecht sommerliche Hitze habe ich dick angeschwollene Knöchel (Wasseransammlungen), die mich regelrecht behindern. Es spannt und zwickt derart, dass ich kaum auftreten kann, deshalb verbringe ich den Nachmittag und Abend mit hochgelegten Beinen vor dem Fernseher. Faul sein ist zwar mal ganz gut ... aber irgendwie doch nicht so mein Ding ... hoffentlich gehen diese Elefantenbeine bald weg. *seufz*

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31.05.2011 – "Larissa" wird abgeholt

Nach einem durch die Nebenwirkungen der zusätzlichen Chemo nicht so schönen, mehr oder weniger vergammelten Tag mache ich mich mit Joachim am späten Nachmittag auf den Weg zum Perücken-Laden, um meine bestellte neue "Zweitfrisur" abzuholen. Mir fällt es echt schwer, mit meinen dick geschwollenen Knöcheln und kurzatmig schnaufend die drei Stockwerke von unserer Wohnung nach unten und dann ins Auto zu steigen. Wenn ich dann mal sitze und mich nicht viel bewege, geht es aber mit der Schnauferei. Im Laden dann und während der tollen Beratung fühle ich mich pudelwohl (die Ablenkung macht's wahr- scheinlich) und ich entscheide mich am Ende für "Larissa", eine sogenannte Mono-Tressen-Perücke, handgeknüpft mit einem sehr feinen Gaze-Geflecht auf dem Oberkopf (sieht aus wie Kopfhaut). Sie ist so leicht, dass man sie gar nicht spürt, wenn man sie aufhat und sie sieht unglaublich natürlich aus ... einfach klasse. Am Schluss wird noch meine "alte" Perücke vom Meister persönlich etwas in Form geschnitten und angepasst und Joachim und ich verlassen hochzufrieden den Laden. Daheim angekommen behalte ich meine neue Errungenschaft den ganzen Abend auf dem Kopf und merke es gar nicht; es fühlt sich wie das eigene Haar an und ist total angenehm zu tragen. Über dieses Teil freue ich mich sehr. :-))

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01.06.2011 – Unerwartete Chemo-Pause und wieder kleine Therapie-Änderung


Pünktlich wie immer holt mich meine Taxi-Fahrerin morgens um 7:15 Uhr ab und bringt mich ins NW-Krankenhaus. Weil ich sehr früh da bin, muss ich nicht lange aufs Blut abnehmen warten und schon nach einer halben Stunde sitze ich mit vorbereitetem Port wieder im Wartebereich und warte auf mein Arztgespräch und die dann folgende Chemo … geschlagene 2 Stunden. Patienten, die lange nach mir gekommen sind, sitzen schon längst im Therapie-Bereich und ich bin wahrscheinlich wieder mal „vergessen“ worden. Kurz nach 10:00 Uhr frage ich an der Anmeldung nach und werde „gelobt“, dass ich mich melde, denn mein mir zugewiesener behandelnder Arzt hat sich heute kurzfristig krank gemeldet und das Arztgespräch ist deshalb „irgendwie untergegangen“. Na toll, von alleine mal die Initiative zu ergreifen und sich zu kümmern, scheint nicht die große Stärke des Personals der Onko-Ambulanz zu sein. Ich werde einem Vertretungs-Arzt zugewiesen und 15 Minuten später habe ich, für mein Empfinden, ein sehr gutes Gespräch.

Der Arzt und ich stellen gemeinsam fest, dass mich die "zusätzliche" Chemo am letzten Mittwoch momentan ziemlich schlaucht (extrem kurzatmig und auch sehr "muskel"-schwach und schlapp) und mir dicke Wasserbeine eingebracht hat, sodass ich mich schon seit Tagen echt besch.....eiden fühle; außerdem fing mein Magen gestern wieder an zu krampfen und meine Hände und Fußsohlen bizzeln wie verrückt (Polyneuropathie; das Taxol greift extrem die Nerven in Händen und Füßen an). Wir beschließen, dass ich mich bis nächste Woche erholen soll (also heute keine Therapie stattfindet). Nächste Woche Mittwoch geht es dann wieder drei-wöchentlich mit dem 4. Zyklus weiter: 3x Chemo und 1x Pause; also keine Rede mehr von einem vierten Drittel und ohne Pause durch-marschiert, denn das ist eindeutig zu viel für mich, obwohl meine Blutwerte (laut Onkodoc und eigener "Überprüfung") super sind. Mit einem neuen Rezept für meinen Blutverdünner und einer Verordnung über leichte Entwässerungs-Tabletten verlasse ich relativ zufrieden das Arztzimmer. Taxi anrufen, noch schnell einen Kaffee trinken, Portnadel wieder ziehen lassen, an der Abmeldung noch den Termin für nächste Woche festlegen, Rezept und Blutwerte ausdrucken lassen ... und dann geht es nachhause. Um 12:30 Uhr ächze ich hoch ins 3. Stockwerk und bin einfach nur froh, endlich daheim zu sein. Den Nachmittag verbringe ich mit hoch gelegten Wasserbeinen auf der Couch ... mir ging es echt schon mal besser. Wenn ich mir den Beipackzettel des Paclitaxel bzw. Taxols mit den Nebenwirkungen anschaue, weiß ich, warum ich mich so schlecht fühle:

http://www.diagnosia.com/de/medikament/paclitaxel

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03.06.2011 – "Brückentag" und Vorbereitung auf das Wochenende

 

Wegen des gestrigen Feiertages hat Joachim heute Urlaub, bzw. einen "Brückentag" und wir können in aller Ruhe frühstücken und den Vormittag ruhig angehen lassen; unseren wöchentlichen Lebensmittel-Einkauf verlegen wir von normalerweise spätem Nachmittag auf die Mittagszeit vor und genehmigen uns im Großmarkt erstmal jeder ein schönes Stück Kuchen und einen Capuccino. Der anschließende Einkauf schlaucht mich sehr, sogar beim ruhig Herumstehen fühle ich mich angestrengt und als wir wieder zuhause sind, bin ich heilfroh, als ich die Treppe in den 3. Stock überwunden habe (mit zwei Schnaufpausen und ohne Einkaufstaschen).

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Der Rest meines Nachmittages klingt vor dem Computer aus, während Joachim später dann unser Abendessen zubereitet; es gibt eine riesige Lachsforelle (in Alufolie mit Weißwein und Olivenöl gegart), gefüllt mit italienischen Kräutern und Knoblauch, dazu Peperoni-Baquette. Na, hab’ ich euch den Mund wässrig gemacht ? Auf den morgigen Tag freue ich mich sehr; wir haben nämlich etwas Tolles vor und ich muss gleich noch meinen Foto-Rucksack auf Vordermann bringen ... mehr wird jetzt nicht verraten.

 

 

Jetzt wünschen unsere Forelle und ich euch allen ein schönes Wochenende und sagen tschüß, bis dann ! :-)

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04.06.2011 – Auf Libellen-Fototour


Nach einem gemütlichen Frühstück und dem üblichen Haushaltskram machen Joachim und ich uns auf den Weg nach Wiesbaden, um André abzuholen. Wir fahren in ein nahe gelegenes, offenes Waldstück mit einem Bachlauf, an dem es viele Libellen gibt, die wir gern beobachten und fotografieren möchten. Am Ziel angekommen, merke ich schon beim Aussteigen aus dem Auto, dass ich nach wie vor sehr kurzatmig bin, aber die eigentlichen Probleme (durch die Taxol-Chemo) bei meinen Muskeln und der damit verbundenen Koordination der Beine beim Laufen liegen. Mit Mühe und Not und eingehakt bei Joachim „stolpere“ ich einen kurzen Weg am Bach entlang bis zu einem Baum, und werde dort von Joachim auf ein mitgebrachtes Stühlchen „abgesetzt“ (natürlich mit meinem Einverständnis), denn an fotografieren ist überhaupt nicht zu denken. Ich bin nicht in der Lage, schwankungsfrei zu laufen oder zum Beispiel in die Hocke zu gehen, geschweige denn wieder alleine von unten hochzukommen. Die beiden Männer gehen also allein auf Fotopirsch und ich sitze (mehr oder weniger) bequem im Schatten am Bach, lese etwas und genieße die wunderschöne Umgebung bei einem lauen Lüftchen. Nach knapp 2 Stunden werde ich wieder von meinem Stühlchen hoch gehievt bzw. abgeholt und wir laufen (ich wieder eingehakt) zu einer Gaststätte in der Nähe, in der wir sehr lecker essen. Das inzwischen begonnene Gewitter abwartend, essen wir ganz gemütlich und fahren dann am späten Nachmittag zurück in Andrés Wohnung.

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Dort angekommen, werden Joachim und ich so richtig verwöhnt. Es gibt Kaffee und Kuchen, wir unterhalten uns und diskutieren über Gott und die Welt und dann kommen sogar noch ein paar Eichhörnchen und lassen sich bereitwillig fotografieren. Wir verbringen wieder einen sehr schönen Nachmittag im „Eichhörnchenparadies“ und fahren am Abend müde, aber hoch zufrieden nachhause. Danke, André, es war einfach toll und wir freuen uns schon jetzt auf unser nächstes Treffen.

 

Den Abend zu Hause lassen wir ruhig ausklingen und schauen uns die gemachten Fotos auf dem PC an. Mit der "Ausbeute" sind wir diesmal sehr zufrieden, vor allem Joachim hat richtig gute Fotos von seinen geliebten Libellen machen können und wir freuen uns beide sehr darüber. 

 

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05.06.2011 – Sonntag ...


... gibt es nichts zu berichten. Wir machen es uns gemütlich, faulenzen, kochen, essen und lassen es uns (ich den Umständen entsprechend) gut gehen. Meine Beine sind immer noch dick, meine Muskeln spinnen und machen nicht das, was ich will und bei jeder Bewegung komme ich aus der Puste, aber "mental" bin ich trotzdem gut drauf, weil ich jetzt weiß, dass das alles Neben-wirkungen des Taxols sind und es sich (hoffentlich) wieder gibt, wenn die Chemo vorbei ist. Als sehr positiv empfinde ich, dass ich trotz Chemo gut essen kann und es mir schmeckt. Momentan kann ich essen, was ich will und nehme nicht zu ... einfach himmlisch !

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Bald geht es weiter.


Inzwischen könnt ihr ja ein bisschen Musik hören oder auf meiner Homepage Bilder angucken ...


 

Musik, die ich zur Zeit sehr mag 

 

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