Der 2. Chemozyklus beginnt

 

und mit ihm kommt auch der Frühling, Wärme, Licht,

 

schönes Wetter und aufblühende Natur; es ist,

 

als wenn das Leben nach mir ruft ...

 

 

 

.*´¨ )
. ¸.•´¸.•´¨)
(¸..•´ ...(¸.•*´¯`*•>.<3 <3 <3

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

23.04.2010 - Zweiter Chemozyklus / erste Chemo-Infusion beim Onkologen in Bad Homburg

 

Nach meinem "normalen" Frühstück (immer Obst und Kräutertee) und Einnahme der vom Onkologen verordneten Kortisontablette holt mich "meine" Taxi-Fahrerin wie immer um kurz nach 7:00 Uhr ab und wir fahren ohne besondere Vorkommnisse nach Bad Hom- burg. Wieder bin ich eine halbe Stunde zu früh da und setze mich ins Wartezimmer. Nach und nach kommen die anderen Chemo- Patienten und kurz nach 8:00 Uhr können wir in unseren "Chemo"-Raum gehen. Wir verteilen uns auf die Liegestühle, nehmen eine bequeme Haltung ein und warten darauf, "angestöpselt" zu werden. Da ich ja keinen Port habe, muss bei mir wieder zuerst eine Braunüle gelegt werden und dann laufen 2 Liter Kochsalzlösung, versetzt mit Kalium in meinen Körper. Anschließend gibt's die Ent- wässerungsspritze und ca. 15 Minuten später geht die Lauferei los, um die eingelaufene Durchspül-Flüssigkeit wieder los zu werden.  Anschließend wird das Cisplatin "angeschlossen" und läuft innerhalb von knapp zwei Stunden langsam durch. Nach dem Cisplatin ist wieder ein Beutel Kochsalzlösung dran und danach ein kleiner Beutel Vinorelbine, der circa eine halbe Stunde zum Durch- laufen benötigt, anschließend wieder Kochsalzlösung. Nach gut 5 Stunden und 6-7 Toilettengängen ist alles vorbei. Ich fühle ich mich trotz der Prozedur gut und merke nichts von dem "Chemo-Gift" in meinem Körper. Abschließend bekomme ich, wie jede Woche, den Termin für nächsten Donnerstag zur Blutabnahme (Tag vor der nächsten Chemo) und den "Wohlfühlschein", den ich für nächsten Donnerstag ausfüllen soll (Aufstellung von eventuell aufgetretenen Nebenwirkungen).

Um 13:30 Uhr verlasse ich die Praxis und warte auf der Straße auf meine Taxi-Fahrerin, die pünktlich zur  vereinbarten Zeit erscheint und mich nach Hause bringt. Joachim ist schon zuhause und hat leckere Gemüsenudeln gekocht (mit Knobi *mmmhhh*). Sicherheits- halber nehme ich die verordneten MCP-Tropfen gegen Übelkeit und esse mit gutem Appetit einen Riesenteller Nudeln. Gegen Abend machen Joachim und ich noch unseren wöchentlichen Lebensmittel-Großeinkauf im Supermarkt und gönnen uns dort einen Milchkaffee und ein Stückchen Kuchen (als Belohnung für's Einkaufen *gg*).

Später wasche ich mir noch die Haare und stelle mit Entsetzen fest, dass der Haarausfall leider immer noch anhält... und ich fasse einen Entschluss: morgen werde ich mich in einem Perückenstudio umschauen und informieren, was ich beachten muss und welche "Formulare" (Rezept, Kostenvoranschlag) zu besorgen sind. Ich bin gespannt ...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

24.04.2010 - Besuch im Perückenstudio in Bad Homburg

 

Joachim davon zu überzeugen, dass ich unbedingt in ein Perückenstudio "muss", ist gar nicht so einfach. Er ist ja der Meinung, dass meine langen, vollen Haare zwar schön sind, aber nicht das Wichtigste und wenn sie ausgehen, ist es nicht schlimm... sie wachsen ja wieder nach. Ich als Frau habe da natürlich eine etwas andere Ansicht; wenn ich mir vorstelle, ohne Haare... neeeiiin, das möchte ich einfach nicht und ich will unbedingt "vorbeugen" und mir für den Notfall einen "Fiffi" auf Abruf besorgen. Der Besuch im Perücken-studio ist ernüchternd: da ich einen relativ großen Kopf und immer noch verhältnismäßig viel Haar habe, passt mir keine einzige Perücke... alles viel zu klein. Ich vereinbare mit der Angestellten, dass ich die nächste Woche vorbeikomme und mir die Chefin den Kopf vermisst, wir uns auf eine "Frisur" und Farbe einigen und sie mir einen Kostenvoranschlag macht. Wenn sich dann meine Haare gänzlich verabschieden sollten, melde ich mich telefonisch und gebe den Startschuss für die Maßanfertigung. Ein Rezept vom Onkologen ist dann auch noch zu besorgen; denn mit Rezept und Kostenvoranschlag muss ich zu meiner Krankenkasse, um mir den Kostenanteil der Kasse zu sichern. Von der Wiege bis zur Bahre... Formulare, Formulare. :-)

In einem kleinen, mexikanischen Tappas-Laden machen Joachim und ich es uns gemütlich und essen, quasi als Mittagessen, jeder einen gemischten Tappas-Teller. Sehr, sehr lecker !!  Anschließend geht's wieder nach Hause, Laptop und externe Festplatte einpacken und ab auf die Autobahn Richtung Weinstraße; wir sind bei Freunden "angemeldet" und wollen dort einen schönen Nachmittag und Abend verbringen. Das Wetter ist toll und pünktlich um 16:00 Uhr zum Kaffeetrinken laufen wir bei den Freunden ein. Nach Kaffee und Kuchen stehen 2 Stunden Software aufspielen und Laptop "pimpen" an, anschließend geht es um 19:00 Uhr zum Spargel essen in ein nahes Restaurant. Der erste Spargel des Jahres mundet wunderbar und allen Beteiligten schmeckt's. Später sitzen wir dann wieder bei den Freunden im Wohnzimmer und quatschen bis weit nach Mitternacht über Gott und die Welt. Nach der 1,5-stündigen Heimfahrt fallen wir nachts um 2:00 Uhr todmüde ins Bett. Ein wunderschöner Tag ist zu Ende !

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

25.04.2010 - Zwei Tage nach der letzten Chemo ...

 

... geht es mir weiterhin prima; sogar von den sonst auftretenden Kopfschmerzen werde ich diesmal verschont. Weil es mir gut geht, beschließen Joachim und ich, am Nachmittag wieder in  "unseren Wald"  zu gehen und zu fotografieren (-> Bilder 17+18); schließlich muss ich mein neues Makro-Objektiv ausprobieren, das ich übers Internet bestellt habe: ein 150iger Sigma-Makro. Unser Ausflug ist zwar klasse, aber mit dem neuen Objektiv komme ich noch nicht so gut klar... da muss ich noch viel üben, um einigermaßen gute Bilder hinzukriegen ! Kurz vor 20:00 Uhr kommen wir müde, verschwitzt, von Mücken zerstochen und von Zecken gejagt nach Hause. Ich bin ganz schön "fertig", aber trotzdem war es toll im Wald. Während ich dusche, macht mein lieber Mann das Abendessen und pünktlich zum Tatort sitzen wir beim Essen und schauen dabei den Krimi. Ein wunderschönes, sonniges und ereignisreiches Wochenende klingt langsam aus; wir sind zwar müde, aber sehr zufrieden und gehen mit neuer Kraft für die kommende Woche schlafen. Uns geht es doch richtig gut, oder ?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

29.04.2010 - Blutbildkontrolle ... was machen die Leukozyten ?

 

Am Morgen mache ich mich auf den wöchentlichen Weg nach Bad Homburg zur Blutbildkontrolle. Eine 1/4 Stunde vor dem verein-barten Termin laufe ich beim Onkologen ein und werde erst mal ins Wartezimmer gesetzt. Nach kurzer Wartezeit kann ich ins Labor und bekomme Blut abgezapft. Wieder heißt es kurz warten ... dann sagt mir die MTA, dass ich noch auf den Doktor warten muss, da die Leukozyten von letzter Woche 4.600 auf heute 2.900 gesunken sind und die Chemo normalerweise erst ab 3.000 durchgeführt wird; mein Wert ist also grenzwertig; also nochmal ins Wartezimmer. Eine endlose 1/2 Stunde ... dann steht fest: die Chemo findet morgen statt, da alle anderen Blutwerte gut sind und auch mein sonstiger Allgemeinzustand okay ist. Hocherfreut und guter Dinge mache ich mich auf den Heimweg. Zuhause angekommen, mache ich mir ein dickes Käsebrot und setze mich vor den Computer; der restliche Tag ist mit Computerarbeit "verplant". Ausruhen kann ich mich ja morgen bei der Chemo... :-)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

30.04.2010 - Zweiter Chemozyklus / zweite Chemo-Infusion beim Onkologen in Bad Homburg

 

Wie jeden Freitag zur Chemo, werde ich vom Taxi abgeholt und zum Onkodoc gefahren. Im Wesentlichen läuft alles genau so ab wie die anderen Male vorher, außer dass es beim Venenzugang Probleme gibt. Trotz mehrmaligem Versuch gelingt es der MTA nicht, die Braunüle in die Armbeuge zu legen und sie muss letztendlich notgedrungen eine Vene auf dem Handrücken nehmen. Autsch ! Trotz des erschwerten "Zulaufs" läuft die Chemo heute schneller als die letzten Male und schon um 12:15 Uhr ist alles "drin".  Ich lasse mir (sicherheitshalber) noch ein Rezept für Haarersatz ausstellen und verlasse um 12:30 Uhr mit Rezept und dem obligatorischen Wohlfühlschein die Praxis. 

Da meine Taxi-Fahrerin mich wegen einer anderen Krankenfahrt erst nach 13:30 Uhr abholen kann, bummle ich zu Fuß die Einkaufsstraße in Bad Homburg hoch, finde ein gemütliches Bistro und entschließe mich, einen leckeren Hawai-Toast und einen Milchkaffee zu bestellen; ich habe Hunger ! Das Bestellte kommt schnell und schmeckt sehr gut. Nach einer knappen Stunde verlasse ich satt und zufrieden das Bistro und spaziere zum vereinbarten Taxi-Treffpunkt. Meine Fahrerin ist wie immer pünktlich und chauffiert mich nach Hause. Normalerweise machen Joachim und ich immer Freitags unseren Großeinkauf, aber heute bin ich irgendwie müde und habe keine Lust, einkaufen zu gehen; morgen ist auch noch ein Tag ! Leider haben wir zwei Dussel vergessen, dass morgen ja der 1. Mai und somit Feiertag ist ...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

01.05.2010 - Mai-Feiertag   

 

Tja, normalerweise sollten wir heute einkaufen gehen ... wenn wegen dem Feiertag nicht alle Läden geschlossen wären . :-)) 

Da es mir gut geht, entschließen wir uns spontan, nach einem späten Kurz-Frühstück zu einem Spargel-Stand in der Nähe zu fahren und nach erfolgtem Spargeleinkauf beim Chinesen in Bad Vilbel zu Mittag zu essen. Gesagt getan. Am Nachmittag machen wir mit vollem Bauch ein Nickerchen auf der Couch. Ausgeschlafen geht's mit dem Auto nach Bad Homburg; wir wollen im Kurpark ein paar Fotos schießen. Bis spät abends sind wir unterwegs und fallen nach dem Abendessen und Sichtung der gemachten Fotos todmüde ins Bett.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

04.05.2010 - Nebenwirkungen der Chemo nehmen zu

 

Morgens gegen 4:00 Uhr wache ich mit starken Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Nachdem ich mich einige Zeit im Bett herum gewälzt habe, stehe ich auf, trinke ein Glas Wasser und nehme eine Kopfschmerztablette. Um Joachim nicht zu stören, lege ich mich im Wohn- zimmer auf die Couch und schlafe bis zum Weckerklingeln um 5:45 Uhr weiter. Trotz dem noch immer andauernden Unwohlsein stehe ich auf, mache Katzenwäsche, wecke Joachim, damit er ins Bad geht und bereite unser gemeinsames Frühstück zu. Nachdem Joachim sich auf den Weg ins Büro gemacht hat, lege ich mich wieder auf die Couch und schlafe und döse bis nach Mittag so vor mich hin. Es ist komisch... irgendwie komme ich heute gar nicht richtig in die Gänge. Erst am späten Nachmittag, Einnahme von MCP-Tropfen und einem Imbiss mache ich den Computer an und schreibe endlich mein Tagebuch, das ich die letzten Tage vernachlässigt habe.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

05.05.2010 - Chemo-Nebenwirkungen ... es hört noch nicht auf

 

Wieder wache ich gegen 4:00 Uhr mit sehr starken Kopfschmerzen auf. Soll ich jetzt schon eine Tablette nehmen ?

Oder abwarten ? Ich entschließe mich fürs Abwarten und schlafe tatsächlich wieder ein. Um kurz nach 6:00 Uhr klingelt der Wecker; Joachim hat heute Vormittag frei, weil bei uns im Haus, in der Wohnung Rohre frei gespült werden sollen und ich einen Zahnarzttermin habe. Weil mein Kopf immer noch verrückt spielt und ich mich auch ansonsten nicht besonders gut fühle, steht mein Männe heute zuerst auf, duscht, macht das Frühstück und weckt mich dann. Nach einer Schmerztablette, etwas Obst und Kräutertee geht es mir zwar besser, aber nicht so gut, als dass ich meinen Zahnarzttermin wahrnehmen könnte ... also sage ich ihn telefonisch ab. Kurz vor 9:00 Uhr kommen die Männer der Rohrreinigungs-Firma und ich ver- schwinde schnell im Schlafzimmer, weil ich noch nicht angezogen bin. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und unsere Kanal-Rohre sind wieder "clean". Nach einem schnellen Mittagessen fährt Joachim ins Büro und ich verbummele den Nachmittag vor dem Computer. Hoffentlich geht es mir morgen besser, denn am Vormittag muss ich zum Onkologen und am Nachmittag nach Wies- baden in die HSK zum ersten Nachsorge-Termin nach der großen Operation.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

06.05.2010 - Blutbildkontrolle beim Onkologen und Nachsorge-Termin in der HSK, Wiesbaden

 

Kopfschmerzen ... nachts um Drei sitze ich im Wohnzimmer und schlucke schon wieder eine Schmerztablette. Gott sei Dank sind diese elenden Kopfschmerzen beim Wecken am Morgen vorbei. Nach dem obligatorischen Frühstück fahre ich nach Bad Homburg zur Blut- bildkontrolle. Leukozytenalarm !!! Die Leukozyten sind von letzter Woche 2.900 auf 800 (!) gefallen; ich habe eine ausgewachsene Leukopenie. Onkodoc ist besorgt und verschreibt mir vorsorglich ein Antibiotikum, das ich die nächsten 5 Tage morgens und abends nehmen soll. Dann rufen wir gemeinsam in der HSK in Wiesbaden an, um den Termin von heute Nachmittag bis auf Weiteres abzusagen ... mit einem so niedrigen Leuko-Wert ist es zu gefährlich, sich in einem Krankenhaus herumzutreiben (zuviele Bakterien usw.). Onkodoc übermittelt noch einen Arztbrief und das Ergebnis des letzten CTs nach Wiesbaden und verabschiedet mich bis Montag; zu einer erneuten Blutbildkontrolle. Die Chemo fällt morgen also aus ... und am Wochenende habe ich "Hausarrest". *grrrr*

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~  

07.05.2010 - Chemo-Pausen-Gammeltag

 

Irgendwie komme ich den ganzen Tag nicht auf die Füsse ... Kopfschmerzen, Darmprobleme (vermutlich vom Antibiotikum), Müdigkeit und Knochenschmerzen sind nur einige der Malessen, mit denen ich mich heute auseinandersetzen muss. Mein einziger Trost ist, dass noch eventuell vorhandene Krebszellen durch das Gift gehörig einen auf den Deckel kriegen und mich dann ein für alle Mal in Ruhe lassen. Meine Haare gehen weiterhin aus, aber neben den anderen Nebenwirkungen tritt dieses Thema derzeit etwas in den Hintergrund. Mal sehen, was das Wochenende bringt ...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

10.05.2010 - Blutbildkontrolle beim Onkologen in Bad Homburg

Nach einem "faulen" und sehr erholsamen Wochenende fahre ich am Vormittag frohen Mutes zum Onkologen; mein Körpergefühl sagt mir, dass es mit den Leukos wieder aufwärts geht. In der Praxis angekommen, muss ich nicht lange warten, bekomme Blut abgezapft und innerhalb von 10 Minuten weiß ich: die Leukos sind im Steigen und stehen jetzt nach 4 Tagen Erholung schon bei 1.400. Um einen Chemo-Cocktail bekommen zu können, müssen die Leukozyten aber mindestens auf 3.000 sein und deshalb verordnet mir Onkodoc noch eine Woche "Urlaub". Nächsten Montag soll wieder das Blut gecheckt werden und dann kann es wahrscheinlich mit der Chemo weitergehen. Eine ganze Woche Ruhe... einfach himmlisch. Zum Wochenende hat Joachim wegen des Feiertags 4 Tage frei und vielleicht können wir da was Schönes unternehmen ? Auf der Rückfahrt nach Hause scheint die Sonne und meine sowieso schon gute Laune steigt noch weiter an. Es ist unglaublich, wie gut man sich fühlen kann, wenn man keine Kopfschmerzen hat !!  Zuhause angekommen, mache ich mir schnell ein Fertiggericht warm, esse mit gutem Appetit und anschließend geht es an den Computer; die frohe Nachricht muss schließlich gleich im Tagebuch verkündet werden.  :-)) 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

13.05.2010 - Es geht aufwärts ... trotz Kopfschmerzen

 

Am Morgen wache ich wieder mit Kopfschmerzen auf. Wegen des Feiertags müssen wir nicht so früh raus und können es heute langsam angehen lassen. Wir frühstücken in aller Ruhe, anschließend nehme ich eine Tablette und lege mich noch ein bisschen auf die Couch, während sich Joachim einen Stapel Zeitungen vorknöpft. Nach einer guten Stunde und einem kleinen Nickerchen stehe ich auf und mein "Sklaventreiber" und ich machen uns an unsere vorgenommene Arbeit: unsere Steuererklärung. Für uns beide ist schon allein das Wort "Steuererklärung" ein Alptraum und dieser verdammte Papierkram erfordert jedes Jahr aufs Neue alle unsere Nerven. Erstaunlicherweise klappt es dieses Mal reibungslos (Aufspielen der Software auf den PC, Mantelbogen inkl. Anlage ausfüllen, Unterlagen zusammenstellen, Anlagen-Liste machen usw.). Am späten Nachmittag haben wir es tatsächlich geschafft, alles fertig zu stellen und Joachim macht sich gut gelaunt ans Essen kochen; es gibt Lammfilets, Kartoffeln und mediterranes Gemüse. *mmmhh* Nach getaner Arbeit schmeckt das Essen gleich doppelt so gut und wir schmieden Pläne für das lange Wochenende ! Mal sehen, was uns Schönes einfällt... :-))

Ich wünsche allen Freunden, Lesern und Besuchern meines Tagebuches ein schönes und auch sonnentechnisch annehmbares verlängertes Wochenende und freue mich, wenn ihr am Montag wieder bei mir hereinschaut.   Eine gute Zeit und alles Liebe !

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

17.05.2010 - Blutbildkontrolle ... wie geht es weiter ?

 

Ein sehr entspanntes Wochenende liegt hinter mir. Vorgestern waren wir mehrere Stunden im Botanischen Garten und haben wieder viele Fotos gemacht; ansonsten bestand das verlängerte Wochenende aus Faulenzen, Einkaufen, schön Kochen/Essen, Bilder anschauen und sortieren und Bildbearbeitung. Mir haben die letzten Tage gut gefallen und ich hoffe, meinen Leukos auch ! Nach dem Frühstück mache ich mich mal wieder auf den Weg nach Bad Homburg zum Onkologen und komme nach kurzer Wartezeit schon dran. Innerhalb von 10 Minuten erfahre ich, dass meine Leukos auf wunderbare 3.600 angestiegen sind und morgen früh um 10:00 Uhr mit der Chemo weitergemacht werden kann. Sehr schön ... endlich geht es weiter. Navelbine, ich komme !

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

18.05.2010 - Zweiter Chemozyklus / dritte Chemo-Infusion beim Onkologen in Bad Homburg

 

Das Taxi holt mich um kurz nach Neun ab und bringt mich zu meinem Onkodoc. Heute ist die "kleine" Infusion dran, d.h. nur ein kleiner Beutel Vinorelbine/Navelbine, ein bisschen Kochsalzlösung und eine Spritze, von der ich nicht weiß, wofür bzw. was es ist (werde ich das nächste Mal fragen). Das Anstöpseln, also das Legen der Braunüle macht leider wieder Probleme. Einige Minuten muss die MTA "stochern", bis die Lage endlich korrekt ist und die Infusion beginnen kann. Innerhalb von 1,5 Stunden ist alles durchgelaufen und ich werde mit dem Blutbild-Kontroll-Termin für nächste Woche Dienstag entlassen. Da noch über eine halbe Stunde Zeit ist, bis mein Taxi kommt, gehe ich in ein Eiscafé um die Ecke und trinke einen Cappuccino. Anschließend bummele ich zum vereinbarten Treffpunkt, werde eingeladen und gemütlich nach Hause kutschiert.

Nach einem schnellen Mittagessen und einer Trommel Wäsche setze ich mich an den PC und mache meine "Hausaufgaben". Mir geht es heute nach der Chemo gut und ich hoffe, das bleibt auch so. Schau'n mer mal ...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

21.05.2010 - Keine besonderen Vorkommnisse

 

Die letzten Tage ist gesundheitstechnisch nichts Besonderes passiert; mir geht es, bis auf ein bisschen Müdigkeit, gut. Meine Haare fallen weiterhin aus, aber es ist noch "vertretbar", ohne "Fiffi" unter Menschen zu gehen. Da ich immer sehr viele Haare hatte, fällt es fremden Menschen (noch) nicht auf, dass jetzt die Hälfte meiner Haarpracht das Zeitliche gesegnet hat.  Den gestrigen Abend habe ich mit zwei Arbeits-Kollegen verbracht; ich war zum Abendessen im "Ile de Ré" eingeladen. Wir haben lecker Steak gegessen und viel über alte und neue Zeiten gequatscht. Es war ein sehr schöner Abend.

Jetzt wünsche ich euch allen ein sonniges Pfingst-Wochenende und freue mich, wenn ihr am kommenden Dienstag wieder hier hereinschaut. Eine schöne Zeit und tschüß, bis nächste Woche.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

25.05.2010 - Was war am Pfingst-Wochenende los ? ... und Blutbildkontrolle


Das Pfingst-Wochenende ging mit langen Wald-Spaziergängen, Besuch im Botanischen Garten, Fotografieren, Kochen, gutem Essen und Faulenzen viel zu schnell vorbei. Mein "Sklaventreiber" (und bester Ehemann der Welt) versteht es doch immer wieder, mich zu motivieren und in die Natur "abzuschleppen" ... auch wenn ich wegen der Chemo oft lustlos und schlapp bin.  Am Abend bin ich dann zwar oft total geschafft, aber froh, dass ich draußen unterwegs war und viele schöne Fotos machen konnte.

 

Die heutige Blutbildkontrolle geht schnell "über die Bühne": Blut abnehmen, 10 Minuten warten, Werte mitgeteilt bekommen, auf das Okay von Onkodoc warten, Termin für die morgige Chemo abstimmen, nach Hause fahren. Die Leukos sind in Ordnung (bei 4.400), aber der HB-Wert von 9,4 gibt Grund zur Sorge (normal bei 12-15). Da bei mir ein relativ niedriger HB-Wert in letzter Zeit anscheinend "normal" ist (ach, deshalb bin ich so schlapp in letzter Zeit), wird er nicht weiter beachtet, solange er nicht unter 8 sinkt. Sollte es dazu kommen ""muss etwas unternommen werden""  laut Onkodoc. Auf dem Weg nach Hause mache ich einen Zwischenstopp beim Toom-Markt und kaufe mir ein paar Flaschen 100%igen roten Traubensaft; das soll ja gut für's Blut sein ... zumindest falsch machen kann ich damit nix. Na, dann Prost !!

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

Mein derzeitiges Lieblingslied - genau so empfinde und erlebe ich mich im Moment - Doro spricht mir absolut aus dem Herzen

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

26.05.2010 - Zweiter Chemozyklus / vierte Chemo-Infusion beim Onkologen in Bad Homburg

 

Heute holt mich das Taxi um halb Elf ab und bringt mich zum Onkodoc; die "kleine" Infusion ist wieder dran. Das Legen der Braunüle macht leider wieder Probleme, doch nach kurzem Stochern und Ziehen kann die Infusion beginnen. Innerhalb von 1,5 Stunden ist alles durchgelaufen und ich werde mit dem Blutbild-Kontroll-Termin für nächsten Dienstag entlassen. Da noch circa zwei  Stunden Zeit ist, bis mich mein Taxi abholt (ist heute wegen anderer Fahrten so vereinbart), mache ich einen Bummel in Bad Homburgs Einkaufsstraße und gehe anschließend in ein Café. Der bestellte Nusskuchen und der Milchkaffee schmecken köstlich und ich komme gestärkt und gut gelaunt zum vereinbarten Taxi-Treffpunkt, werde eingeladen und nach Hause kutschiert. Zuhause angekommen, mache ich es mir auf der Couch gemütlich und verdöse den Nachmittag ... ich bin irgendwie müde und erschöpft.

 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

28.05.2010 - Ende des 2. Chemozyklus; die letzten beiden Tage nach der Chemo ... 

 

... waren irgendwie "lahm". Ich bin ständig müde, antriebslos, habe Kopfschmerzen (mal mehr, mal weniger) und fange manchmal grundlos an zu heulen. Was ist bloß los mit mir ? Alles Chemo-Nebenwirkungen ? Die Hälfte der Chemo-Therapie  ist 'rum und nächste Woche beginnt der 3. Chemo-Zyklus. Was wird noch alles an Nebenwirkungen auf mich zukommen ? Meine Haare gehen weiterhin aus, aber noch kann ich es vertreten, ohne Perücke unter Menschen zu gehen. Wirkt die Chemo überhaupt da, wo sie wirken soll, oder war und ist alles umsonst ? Zweifel plagen mich sehr im Moment und manchmal habe ich Angst vor der Zukunft. Ich schimpfe mit mir selbst: Mensch, Christa, du bist doch sonst nicht so ängstlich; Kopf hoch, Zähne zusammenbeißen und durch ! Ja, okay, was bleibt mir denn sonst übrig !? Das kommende Wochenende gebe ich mir noch zum Jammern und dann geht es wieder mit voller Kraft und "frohen Mutes" in den Kampf, jawoll !! Nächste Woche beginnt der 3. Chemozyklus und somit wieder eine neue Seite in meinem Tagebuch. Bis dann ...

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

 

 

Fortsetzung ---> hier

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

*